Junge Menschen lernen richtig zu essen
Gut aufgehoben sind die Jugendlichen in der Wohngruppe „Auf der Schulenburg“ für Menschen mit Essproblemen. Unser Bild zeigt (stehend, v.l.) Gabriele Lösche (Team), Illona Overath (Evangelische Stiftung Ummeln), Dorothea Söllner (Team), Verena Schultz (Team), Andrea Klare (Evangelische Stiftung Ummeln), Norbert Flaskamp (stellvertretender Bürgermeister), Pastor Uwe Winkler und Frank Plaßmeyer (beide Evangelische Stiftung Ummeln) sowie (knieend, v.l.) Angela Kozlich, Maria Strecker, Justine Bensch und Sandra Brökelmann (alle vom Mitarbeiter-Team).

Sie bleiben, bis sie mit oder trotz ihrer Essstörung selbstbestimmt leben können. „Die jungen Menschen kommen mit einem Essensplan aus der Therapie zu uns. Darin steht auch die genaue Kalorienzahl, die sie täglich zu sich nehmen müssen“, erklärt Anja Klare, Fachbereichsleiterin Jugendhilfe der Evangelischen Stiftung Ummeln.

Die Wohngruppe „Auf der Schulenburg“ ist Anlaufstelle für die drei häufigsten Formen von Essstörungen: Magersucht, Ess-Brechsucht und Esssucht. Ein insgesamt achtköpfiges Team –Erzieherinnen, Sozialpädagoginnen und Ernährungsfachkräfte – sowie eine Psychologin und eine Familienberaterin stehen den Klienten rund um die Uhr zur Verfügung. Die Wohngruppe ist eine Intensivgruppe.

Das Angebot der Stiftung Ummeln richtet sich an 13- bis 17-Jährige. „Wir reagieren damit auf den beunruhigenden Trend, dass die zumeist weiblichen Jugendlichen, die von Essstörungen betroffen sind, immer jünger werden“, sagt Ilona Overath, Geschäftsbereichsleiterin Jugendhilfe der Stiftung Ummeln.

Bereits am 1. Oktober des vergangenen Jahres ist das frisch renovierte Haus in Rheda bezogen worden. Dort gibt es auf drei Etagen sieben Zimmer, eine moderne Küche und ein großes Wohnzimmer. Jeweils zwei Bewohner teilen sich ein Badezimmer. Eine Betreuerin ist immer im Haus, die anderen arbeiten im Schichtdienst.

Die Mitglieder der Wohngruppe haben einen festen Tagesablauf, erklärt Anja Klare. „Sie gehen zur Schule, und vor allem ihre Mahlzeiten sind klar geregelt. Es gibt feste Essenszeiten für jeden einzelnen. Niemand isst alleine, es ist immer jemand dabei.“

Die Vorteile für die jungen Menschen, in einer solchen Wohngemeinschaft zu leben, liegen für Anja Klare auf der Hand: „Zum einen sind die Ursachen für Essstörungen häufig im Elternhaus zu suchen. Zum anderen gibt es zuhause zu viele Schlupflöcher, sich nicht an Regeln bezüglich des Essverhaltens zu halten.“ Außerdem sei der Austausch mit anderen Betroffenen wichtig. Der bringe Motivation und das Gefühl, nicht allein zu sein.

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