Kati Jördel schenkt Menschen Hoffnung
Bild: Sudbrock
„Wir sind eins“, sagt die Gewinnerin des Dr.-Lüning-Preises, Kati Jördel (M.) aus Wiedenbrück. Brigitte Frisch-Linnhoff (l.) und Elvan Korkmaz MdB gratulierten ihr zur Auszeichnung.
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Die SPD Rheda-Wiedenbrück hat die 40-Jährige für ihr Engagement jetzt mit dem Dr.-Lüning-Preis ausgezeichnet. „Mit Kati Jördel geht der Preis an eine Frau, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, Barrieren in den Köpfen abzubauen und Brücken von Mensch zu Mensch zu schlagen“, erklärte die Gütersloher SPD-Bundestagsabgeordnete Elvan Korkmaz, die die Laudatio hielt. Mit ihrem Einsatz mache die Wiedenbrückerin anderen Betroffenen Hoffnung – gerade auch in scheinbar ausweglosen Lebenssituationen.

Dr.-Lüning-Preis mit 1000 Euro dotiert

Den mit 1000 Euro dotierten Dr.-Lüning-Preis nehme sie stellvertretend auch für ihre Mitstreiter entgegen, unterstrich Kati Jördel während der Feierstunde im „Haus der Arbeit“. Dank der Unterstützung Gleichgesinnter sei die Gründung des Vereins „Ein Teil vom Ganzen – all inklusiv“ überhaupt erst möglich geworden. Inzwischen zähle die Initiative deutschlandweit fast 50 Mitglieder. „Der Verein ist mein ganzer Stolz“, betonte Kati Jördel.

Zusammenhalt stärken

Gemeinsames Ziel ist es, das Wir-Gefühl in der Gesellschaft zu stärken. Gelingen soll dies durch unterschiedliche Aktionen und Aufklärungsarbeit. Zudem versteht sich der Verein „Ein Teil vom Ganzen“ als Anlaufstelle für Menschen mit körperlichen oder seelischen Einschränkungen bei Fragen und Problemen. Ausflüge, Reisen und Workshops runden das Angebot ab. „Keiner soll sich alleingelassen fühlen“, fasste die Vereinsgründerin während des Festakts am Mittwochabend die Triebfeder sämtlicher Bestrebungen zusammen.

Kopf nicht in den Sand stecken

Kati Jördel hätte allen Grund dazu, den Kopf in den Sand zu stecken. Aber das hat sie nie getan. Nicht, als sie vor einigen Jahren die niederschmetternde Diagnose erhielt, dass sie an einer seltenen Form der Spastischen Spinalpanalyse leidet, und auch nicht, als die Krankheit auf immer weitere Teile ihres Körpers übergriff. Stattdessen hat sie einen Facebook-Blog gegründet, in dem sie offen über ihre gesundheitlichen Beschwerden spricht, über Probleme bei der Bewilligung von Zuschüssen für Hilfsmitteln, aber eben auch darüber, wie sie ihr Leben trotz aller Einschränkungen selbstbestimmt und vor allem glücklich weiterlebt. „Heute genieße ich jeden Moment bewusster denn je“, ließ die frisch gebackene Preisträgerin die mehr als 100 Teilnehmer der Feierstunde wissen.

Dass der Dr.-Lüning-Preis inzwischen zu einer festen Größe im gesellschaftlichen Leben der Doppelstadt geworden ist, freute während des Festakts den SPD-Kreisvorsitzenden Thorsten Klute aus Versmold. Gerade in einer Zeit, „in der unsere Demokratie knallharten Angriffen ausgesetzt ist“, sei es wichtig, den Zusammenhalt zu fördern.

Elf Nominierungen im Vorfeld

Für den sechsten Dr.-Lüning-Preis waren elf Einzelpersonen und Verbände nominiert worden, berichtete Brigitte Frisch-Linnhoff. „Jeder von ihnen hätte die Auszeichnung verdient“, sagte die Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Rheda-Wiedenbrück. Zu den Anwärtern gehörten die Eine-Welt-Initiative St. Aegidius Wiedenbrück, die sich seit 26 Jahren für den fairen Handel stark macht, sowie das Aktionsbündnis gegen rechten Hass, das nach den Vorfällen in Chemnitz einen Friedensmarsch durch die Doppelstadt veranstaltet hatte. Weitere Nominierte waren der ehrenamtliche Müllsammler Ralf Külker, GNU-Gründungsmitglied Ewald Birkholz, Mike Dreier von der Handballabteilung der TSG Rheda und Ida Dreier vom Spendenverein „Tagträumer“. Die Israel-AG des Einstein-Gymnasiums, der VfL Rheda, die Dorfgemeinschaft St. Vit und das Repair-Café waren ebenfalls im Rennen um den Preis.

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