Ketteler-Schule wird einzügig
Für die Kettler-Hauptschule sind nur 27 Kinder angemeldet worden.

Mit 35 hat das die Matthias-Claudius-Hauptschule in Rheda noch einmal geschafft, aber auch dort sind es drei weniger als 2010. Nicht wirklich überrascht zeigte sich die Rektorin der Ketteler-Schule, Elisabeth Stratmann-Paulun, von den Anmeldezahlen. Es sei „genau das eingetreten, was zu erwarten war“. Die Abschaffung der verbindlichen Grundschul-Empfehlung für den weiteren Schulbesuch macht sie als eine der Hauptursachen für die sinkenden Schülerzahlen aus. „Wir hätten mehr Anmeldungen bekommen können“, meinte sie auch mit Blick auf andere weiterführende Schulen, die alles aufnähmen, was sie kriegen könnten. Und demnächst würden an den Gymnasien die Abiturienten-Doppeljahrgänge entlassen: „Dann haben die auf einmal viel Platz.“

„Die Eltern haben mit den Füßen abgestimmt“, bedauert Elisabeth Stratmann-Paulun, dass viele Mütter und Väter bei der Schulwahl für ihre Kinder offenbar nur an eines dächten: „Hauptsache mein Kind geht nicht nur Hauptschule.“ Die Rektorin: „Was in der Hauptschule drin ist, das interessiert niemanden.“ Zum Verfall des Ansehens der Hauptschulen würden aber auch Arbeitgeber beitragen, die immer wieder die Ausbildungsreife der Schulabgänger in Frage stellten. Stratmann-Paulun: „Das ist aber nicht der Fall.“

Nach Ansicht der Hauptschulleiterin müssen nun „Alternativen her“. An eine Umkehrung des Trends bei den Schülerzahlen glaubt sie nicht: „Die Hauptschule wird nicht zu halten sein.“ Damit meint sie aber keineswegs nur die Ketteler-Schule. Zurzeit besuchen die Hauptschule am Burgweg 387 Schüler in 18 Klassen, unterrichtet von 32 Lehrkräften. 80 Schüler werden im Sommer die Schule beenden.

Einen Automatismus hinsichtlich einer Schulschließung bei anhaltender Einzügigkeit gibt es nach Auskunft des Stadtschuldezernenten Eberhard Greufe nicht. Aber eine „intensive Betrachtung“ sei schon erforderlich, auch um die Folgen der Freigabe des Elternrechts bei der Schulwahl abschätzen zu können. Erkenntnisse erhofft man sich durch das noch ausstehende Gutachten über die Entwicklung der Sekundarstufe I in Rheda-Wiedenbrück.

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