Kleigraben-Anlieger sind gegen Radwegbau
Bild: Wassum
Die Verrohrung des Kleigrabens befürworten die Anlieger, nicht aber den gleichzeitigen Bau eines Radwegs auf dem Teilstück zwischen Haardt- und Bielefelder Straße.
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Sprecher aller Fraktionen zeigten sich enttäuscht, dass über die geplante Maßnahme kein Konsens mit den Eigentümern der Grundstücke, die an den Kleigraben angrenzen, erzielt werden konnte. Die Kombination der notwendigen und auch bei den Anwohnern unstrittigen Verrohrung des Wasserlaufs mit der Anlegung eines Radwegs auf der Kleigraben-Trasse wäre nach Auffassung der Ausschussmitglieder nämlich die logische Konsequenz.

„Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“

„So ließen sich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen“, unterstrich auch der städtische Baudezernent Gerhard Serges. Um die Funktion des Kleigrabens als Entwässerungslauf für die angrenzenden Siedlungsgebiete zu optimieren und dauerhaft sicherzustellen, sei die durchgehende Verrohrung zwischen Haardt- und Bielefelder Straße dringend erforderlich. Über dem künftig unterirdisch verlaufenden Kleigraben könne im gleichen Atemzug ein Radweg angelegt werden, der zur besseren Erschließung der Wohngebiete im Wiedenbrücker Osten diene. Zudem sei die „Pedalritter“-Trasse eine gute Ergänzung des städtischen und überörtlichen Radwegnetzes.

Hintergrund

Eine Möglichkeit, wie sich die Stadt in Sachen Kleigraben-Radweg alle Türen offen halten kann, brachte Technischer Beigeordnete Gerhard Serges ins Gespräch. Theoretisch sei es denkbar, die Gewässer-Trasse nach Abschluss der Verrohrungsarbeiten auf voller Länge zwischen Haardt- und Bielefelder Straße einzuzäunen. So sei sichergestellt, dass die Flächen über dem Graben nicht bebaut oder in die Gartengestaltung der Anlieger einbezogen werden. Wichtig sei, dass die Kommune jederzeit Zugang zum Kleigraben-Kanal habe, um beispielsweise Schadstellen im Rohrsystem oder Versandungen schnell beheben zu können. Ein späteres Einsehen der Anwohner vorausgesetzt, könne die eingezäunte Rasenfläche immer noch zum Radweg umgewandelt werden.

Die ablehnende Haltung der Anlieger ärgerte Peter Berenbrinck (SPD). „Sie zwingen uns damit, uns von einer sehr sinnvollen Planung zu verabschieden.“ Das Argument, die Lärm- und Abfallbelastung der an den Kleigraben angrenzenden Grundstücke nehme durch einen Radweg zu, ziehe nicht. Berenbrinck: „Die Lasten sollten gerecht verteilt werden. Zu sagen, einen Radweg vor der eigenen Haustür wolle man nicht haben, geht nicht.“

Enteignung nicht von vornherein ausschließen

Dass die Allgemeinheit mehr als eine Million Euro für die Verrohrung des Grabens aufbringen soll, im Gegenzug aber kein Radweg oberhalb des Fließgewässers errichtet werden dürfe, brachte Albert Jürgenschellert (CDU) auf die Palme. Dirk Kamin (UWG) warnte davor, sich von den Anliegern das Heft des Handels aus der Hand nehmen zu lassen. Hubert Möller (FDP) sah im Kleigraben eine „wichtige Radwegverbindung für Wiedenbrück“. Peter Berenbrinck gab zu bedenken, dass man, wenn es hart auf hart komme, „nicht vor dem hässlichen Wort Enteignung“ zurückschrecken dürfe.

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