Kolpingstraße: Geschäfte oder Wohnungen?
Bild: Sudbrock
Um Vorschläge für die Neugestaltung der Industriebrache an der Kolpingstraße zu erhalten, wollen Politik und Stadtverwaltung zeitnah einen Architektenwettbewerb ausloben.
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Etwa acht Büros sollen Vorschläge unterbreiten, wie die ehemaligen Industrieflächen, die mittlerweile im Besitz eines Hamburger Investors sind, künftig aussehen sollen. An dem Vorgehen gab es in der Sitzung aber auch Kritik.

„Nicht die Tinte wert“

„Ob die Wettbewerbsausschreibung die Tinte wert ist, mit der sie geschrieben wurde, müssen zukünftige Generationen entscheiden“, sagte Hans-Hermann Heller-Jordan (Grüne). Dass der neue Eigentümer der Industriebrache an der Kolpingstraße auf mindestens 5000 Quadratmetern einen Lebensmittelvollsortimenter, eine Drogeriefiliale, einen Haushaltswarenanbieter sowie einen Textilmarkt etablieren wolle, wertete er als „weitere Schwächung des Einzelhandels in der Rhedaer Innenstadt“. Derselbe Fehler sei damals beim Kaufland gemacht worden, doch habe man daraus offenbar nichts gelernt. Heller-Jordan: „Jetzt wieder zu glauben, dass man damit einen Magneten für die City schafft, ist an Absurdität nicht zu überbieten.“ Der Bündnisgrüne regte an, vor allem Wohnraum an der Kolpingstraße zu denken und mindestens 40 Prozent der Mieteinheiten öffentlich zu fördern.

Kompromiss mit Hamburger Investor

Der Technische Beigeordnete Stephan Pfeffer wies darauf hin, dass die jetzt vorgestellte Lösung, die eine Mischung aus Einzelhandel und Wohnen in einem noch nicht näher bezifferten Verhältnis beinhalte, ein Kompromiss sei, den die Verwaltung gemeinsam mit dem Investor gefunden habe. Gesetzt sei, dass 20 Prozent der Wohnungen öffentlich gefördert und damit auch für Menschen mit geringem Einkommen erschwinglich sein sollen.

SPD rät zu Vorsicht

Peter Berenbrinck (SPD) riet dazu, bei der Auswahl der Büros für den Wettbewerb Vorsicht walten zu lassen. Vor allem von Architekten, die mit Investoren von Einkaufszentren verbandelt sind, müsse man Abstand halten. Uwe Henkenjohann (CDU) setzte durch, dass in den weiteren Prozess die Fraktionen eingebunden werden.

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