Kreissparkasse streicht 30 Stellen
Bild: Kürpick
Die Uhr tickt: Die Kreissparkasse Wiedenbrück will im Jahr 2020 mit 30 Mitarbeitern weniger auskommen. Aktuell beschäftigt die Bank mit Hauptsitz an der Wasserstraße in Wiedenbrück (unser Bild) 355 Männer und Frauen.
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Die Personalreduzierung solle vor allem dadurch erreicht werden, dass frei werdende Stellen nicht wieder besetzt und interne Umstrukturierungen vorgenommen werden, sagte Hüser. Eine Entlassungswelle stehe nicht zu befürchten. Noch unklar sei, in welchen Abteilungen die 30 Stellen wegfallen.

Hüser betonte, dass es sich bei der auf fünf Jahre ausgelegten Verringerung des Personalstands um eine Maßnahme zur langfristigen Zukunftssicherung handele. Akuter Handlungsbedarf bestehe nicht. Die Bilanzzahlen seien vorbildlich, die Kreissparkasse kerngesund. „Aber der Vorstand hat die Pflicht, auch in Situationen, in denen es dem Haus blendend geht, vorausschauend zu agieren“, unterstrich Hüser.

Verändertes Kundenverhalten

Zwei „Megatrends“ haben nach Aussage des Bankchefs in der Führungsetage die Überzeugung reifen lassen, demnächst mit weniger Mitarbeitern auskommen zu können: „Der demografische Wandel macht auch vor uns als Sparkasse keinen Halt“, erklärte Johannes Hüser. Der Bevölkerungsrückgang und die Tatsache, dass es immer mehr ältere Menschen geben wird, führten auf lange Sicht zwangsläufig zu einer Verringerung des Kundenstamms. Hinzu komme, dass schon heute viele Bankgeschäfte online abgewickelt würden. Hüser: „Der Durchschnittskunde kommt etwa ein- bis zweimal im Jahr zum Beratungsgespräch in die Filiale.“ Die Kontaktaufnahme via Smartphone, Tablet-PC oder das im vergangenen Jahr neu eingerichtete telefonisch erreichbare Servicecenter sei im Gegenzug sprunghaft gestiegen.

Zielvorstellung: „Führende Multikanalbank“

Zur „führenden Multikanalbank“, die telefonisch, online und persönlich kontaktiert werden kann, will Hüser die Kreissparkasse weiterentwickeln. Dabei solle an der Beratung keineswegs gespart werden. Nicht umsonst seien viele der zwölf Filialen im Geschäftsgebiet nach und nach zu Kompetenzzentren ausgebaut worden, die Schwerpunkte beispielsweise in den Bereichen Baufinanzierung, Wertpapieranlage und Altersvorsorge setzten. Die Schließung einzelner Standorte sei aktuell nicht geplant.

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