Kritik an Gewerbegebiet reißt nicht ab
Wo bislang noch alles grünt und blüht, soll demnächst ein Gewerbegebiet entstehen. Weil sich Anwohner und Kritiker der Kiefernweg-Pläne von der Stadtverwaltung nicht ernst genommen fühlen, wollen sie am kommenden Donnerstag demonstrieren.

„Einige Anwohner fühlen sich von den Verantwortlichen, die so vollmundig Unterstützung für die Bedenken der Anlieger versprachen, hinters Licht geführt“, sagt Vorsitzender Günter Arlt.

Demonstration am Donnerstag

Etwa eine Viertelstunde vor der Bauausschusssitzung am 3. September wollen sich die Kritiker der Kiefernwegpläne vor der Stadthalle versammeln, um ihre Meinung zum Bebauungsplan für das Gewerbegebiet öffentlich kundzutun. Um 17 Uhr beginnt die Zusammenkunft der Ausschussmitglieder, in der unter anderem die Fassung des Satzungsbeschlusses für die Überplanung des rund 8,68 Hektar großen Areals zwischen Autobahn, Holunder- und Lindenstraße in Rheda auf der Tagesordnung steht. Gewerbe- und Wohnbaufläche soll dort geschaffen werden.

Ähnlich vorgegangen waren die Kritiker bereits Mitte März, als der Bauausschuss ebenfalls in der Stadthalle über die Offenlage des überarbeiteten Planbeschlusses sowie Beteiligung der Behörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange abstimmte.

Fast alle Vorschläge abgewiesen

Die Auslegung der Pläne hatte vom 8. Juni bis 15. Juli stattgefunden. Der MNW-Vorsitzende bemängelt nun, dass 95 Prozent der Vorschläge und Einsprüche von Anwohnern und Betroffenen, um das bisher recht graue Gewerbegebiet am Kiefernweg nachhaltiger und grüner zu machen, abgebügelt worden seien. „Der Anregung wird nicht gefolgt“, „Die Bedenken werden zurückgewiesen“ oder „Die Anregung betrifft nicht die Inhalte der vorliegenden Bauleitplanung“: Mit diesen Standardformulierungen seien fast alle Einwände abgemeiert worden, sagt Arlt.

Verkehrsanbindung bereitet Sorge

Vor allem die Verkehrserschließung bereitet den Kritikern Sorge. Aber ihre Befürchtung, dass es sich an der Kreuzung Holunderstraße/Kiefernweg um einen Gefahrenpunkt handelt, hat der städtische Fachbereich Stadtplanung/Bauordnung zurückgewiesen. „Die Sichtfelder sind unter Berücksichtigung der zulässigen Geschwindigkeit ausreichend dimensioniert. Somit sind keine weiteren verkehrslenkenden Maßnahmen erforderlich“, heißt es von der Kommune.

Andere Bürgeranregungen beziehen sich etwa auf die Begrünung von Fassaden, das Errichten eines Wildreservats oder die Frage nach Gebäudegrößen und danach, inwieweit Nachtarbeit zugelassen wird.

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