Kümmerer verhindert Obdachlosigkeit
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Angesichts des Anstiegs von Menschen, die von Wohnungslosigkeit bedroht sind, hat das Land eine Initiative gestartet.
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Im Zuge dessen sind im Kreis Gütersloh drei Vollzeitstellen geschaffen worden, die zu 90 Prozent aus Fördergeldern bezahlt werden und wovon eine im Rathaus Rheda angesiedelt wurde. Zum einen, weil die Doppelstadt die zweitgrößte Kommune im Kreis ist, zum anderen ob der hohen Zahl an Werkvertragsarbeitnehmern sowie der teilweise immer noch existierenden Kopplung von Job und Bett. Verliert der Beschäftigte seine Stelle, ist in dem Fall gleichzeitig die Bleibe futsch.

Präventiv tätig

Inzwischen ist die Verlängerung der Maßnahme beantragt, ein positiver Zuwendungsbescheid signalisiert worden, hieß es während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Soziales, Migration und Sport. Den Vorstellungen von Land und Kreis zufolge sollen die drei „Kümmerer“ als Ansprechpartner für Vermieter und mögliche Bauherren frühzeitig und präventiv etwas gegen drohende Wohnungskündigungen unternehmen sowie bestehende Mietverhältnisse stabilisieren. Ein besonderes Augenmerk sollen sie auf Frauen und junge Obdachlose richten, allen anderen beratend zur Seite stehen.

Jener Kümmerer, der das Thema in Rheda-Wiedenbrück betreut, ist Arne Buddeberg. 46 Personen habe er im vergangenen Jahr erreicht, berichtete der studierte Sozialarbeiter unlängst, 27 Mal habe ein Wohnungsverlust abgewendet werden können. Zwölf Vorgänge seien noch nicht abschließend geklärt, die anderen hätten anderweitig untergebracht werden müssen.

Familie darf bleiben

Buddeberg schilderte den Fall einer Familie aus Osteuropa, die ob ihres hohen Energieverbrauchs irgendwann ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen konnte. Als die Miete ausblieb, erwirkte der Eigentümer einen Räumungstitel. Letztlich konnte Buddeberg erreichen, dass die Arbeitsmigranten in der Wohnung bleiben durften.

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