Kunden fragen verstärkt nach Blumenkohl
Bild: Inderlied
Die Gemüsehändler bleiben  wegen Ehec auf ihren Gurken sitzen.
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 Bisher standen spanische Gurken im Verdacht, Auslöser der Ehec-Erkrankungswelle zu sein. Inzwischen wurde herausgefunden, dass es sich bei den Ehec-Erregern, die auf spanischen Gurken gefunden wurden, nicht um den Typ handelt, der die aktuelle Krankheitswelle hervorruft. Doch mittlerweile hat sich Ehec auch auf das Geschäft deutscher Gemüsehändler und -bauern ausgewirkt. Sie haben mit erheblichen finanziellen Einbußen zu kämpfen.

Wunsch nach konkreten Informationen

„Gurken verkaufen wir so gut wie keine mehr, weil die Nachfrage zu gering ist. Auch der Salat ist mittlerweile rückläufig“, sagt Elisabeth Stiens vom Kartoffelhof Gerhard Stiens in Rheda-Wiedenbrück. „Die Leute kaufen immer häufiger Gemüsesorten, die man kochen kann. Die Nachfrage nach Wirsing und Blumenkohl ist stark gestiegen, was unüblich ist für diese Jahreszeit“, erklärt die 55-Jährige. Elisabeth Stiens kann die Verunsicherung der Verbraucher nachvollziehen. „Sowohl Verbraucher als auch Anbieter benötigen konkretere Informationen“, wünscht sie sich.

Keine Rückgänge beim Obst

Lambert Fennewald, 52, Geschäftsleiter des Lebensmittelgeschäfts Klaas & Kock (K+K) in Rheda, hat die spanischen Gurken nach Bekanntwerden der Krankheitsfälle unmittelbar aus seinem Angebot entfernt. „Die Leute sind verunsichert, das ist verständlich. Es wird insgesamt weniger Gemüse gekauft“, sagte er. Beim Obst seien aber keine Rückgänge zu verzeichnen gewesen.

Auch Michael Verhoff, Gemüsehändler auf Markt Wiedenbrück, hat eine Veränderung im Kaufverhalten seiner Kunden beobachtet: „Die Leute sind bei Gemüse insgesamt ganz vorsichtig geworden. Wir bieten deutsche Gurken an, aber trotzdem kauft sie kaum jemand. Es wäre schön, wenn bald die Quelle der Keime gefunden würde“, hofft er.

Gurken gestrichen

Ein Gemüsehändler in Wiedenbrück, der anonym bleiben möchte, fordert eindeutige Aussagen: „Man weiß nicht mehr, was man denken soll. Welche Lebensmittel soll der Verbraucher meiden? Wenn das klar wäre, wäre jedem schon viel geholfen.“ Für die Anbieter sei es problematisch, „dass man den Kunden nicht mehr versprechen kann, dass an den Lebensmitteln nichts dran ist.“ Gurken hat er mittlerweile ganz aus seinem Angebot gestrichen.

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