„Latexhexen“ machen Doppelstadt unsicher
Bild: Nienaber
Mehr als 5000 Ballons hatte die Gruppe Balloonia für ihre Kostüme zu einem bunten Gesamtkunstwerk zusammengefügt. Als „Latexhexen“ machten die Mitglieder die Innenstädte unsicher.  
Bild: Nienaber

Dass sich die mittlerweile hochbetagte Monarchin hoch über dem Fußvolk winkend durch die Massen fahren ließ, statt Seite an Seite mit den Doppelstädtern durch die Straßen zu marschieren, sei ihr nachzusehen. Im fortgeschrittenen Alter darf „Frau“ es ruhig etwas gemütlicher angehen. Als königliches Taxi fungierte in diesem Fall der Wagen der WTV-Rugby-Abteilung, die mit der royalen Besucherin auf die Weltmeisterschaft des Schwere-Jungs-Sports in England hinweisen wollte. Bei so viel Einfallsreichtum war nicht nur die Queen „amused“.

Von all dem Trubel hat der kleine Damian nichts mitbekommen. Als jüngster Teilnehmer, gerade mal acht Wochen alt, verschlief er das jecke Treiben – dick eingemümmelt im Wagen der Clown-Gruppe Schulz. Dabei hätte sich ein Blick auf das Treiben ringsherum gelohnt. 50 Fußgruppen und Themenwagen zählte der jecke Lindwurm. Den Löwen von Rheda hatte der Wiedenbrücker Carnevalsverein (WCV) aus dem Narrenkäfig gelassen. Der König des Dschungels alias Bürgermeister Theo Mettenborg lieferte sich ein Kämpfchen mit der „Bürokratieschlange“, die seit mittlerweile 35 Jahren den Südringbau in ihrem Würgegriff weiß. „Die A33 kommt, der Südring auch?“, fragen sich die „Grünen Funken“.

Auf das Stadtoberhaupt hatte es auch der Themenwagen der „Blauen“ vom CVR abgesehen. „Lieber Theo, mach’ bitte jetzt klar, dass die zwei Freibäder bleiben für immer da“, war darauf zu lesen. Mettenborg selbst, der bei den Rhedaer Jecken hoch auf dem Olymp thronend dargestellt wird, hatte da nur ein müdes Lächeln für seine Gefolgsleute übrig. Und ein Schelm wer glaubt, dass der gemalte Verweis auf die chronisch-klammen Griechen die Finanzlage der Stadt deutlich machen soll. Eine Lanze für Meinungs- und Pressefreiheit brach die KG „Helü“. „Je suis Charlie – ich bin Karikatur“, diese Botschaft rollten die „Helüaner“ mit ihrem Themenwagen durch die Menge.

Mehr als 5000 Ballons hatte die Gruppe Balloonia für ihre Kostüme zu einem bunten Gesamtkunstwerk zusammengefügt. Als „Latexhexen“ machten die Mitglieder die Innenstädte unsicher.

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