Lichtgutachten soll Unfallverlauf klären
Bild: Eickhoff
Ein Lichtgutachten soll klären, wie sich der Unfall zugetragen hat, bei dem vor anderthalb Wochen eine Radfahrerin schwer verletzt wurde. Am Donnerstagabend wurde das Szenario rekonstruiert: Der gelbe Honda nähert sich der Stelle, auf der sich der Zusammenstoß mit der Radlerin ereignete.
Bild: Eickhoff

Um Klarheit zu bekommen, wurde der Zusammenstoß genau eine Woche nach dem Unglück von der Kreispolizeibehörde Gütersloh rekonstruiert. Ein lichttechnisches Gutachten soll Antworten liefern. Um das durchführen zu können, muss die Kreuzung am Donnerstagabend komplett für den Verkehr gesperrt werden. „Wir wollen klären, in welchem Abstand der Autofahrer die Radfahrerin erkennen konnte, um dann durch eine Vollbremsung einen Zusammenstoß zu vermeiden“, erläutert Gutachter Wolfgang Büren.

„So realistisch wie möglich“

Er ist mit der Rekonstruktion des Unfalls beauftragt. Zusammen mit seinem Kollegen Uwe Hagemann baut er am Donnerstagabend bei Einbruch der Dunkelheit alles so auf, wie es Sekunden vor dem Unfall gewesen sein soll. Während der gelbe Unfallwagen, ein Honda, auf der Gütersloher Straße platziert wird, werden die beiden Fahrräder auf der für den Autofahrer linken Seite des Bürgersteigs aufgestellt. „Alles so realistisch wie möglich“, lautet die Devise des ungewöhnlichen Einsatzes. Daher wird am Donnerstag nicht nur die Ampelanlage abgeschaltet. Feuerwehrleute des Löschzugs Rheda sind ebenfalls gerufen worden. Sie sollen Asphalt und Bürgersteig mit Wasser bespritzen, um die Lichtreflektionen durch das Regenwasser nachzuempfinden.

Spezialkamera hält die Rekonstruktion fest

Jetzt geht es los: Büren parkt den Honda auf der Gütersloher Straße mit eingeschalteten Licht. Nun setzt sich Hagemann in den Kleinwagen, in dem er bereits eine Spezialkamera installiert hat. Aus verschiedenen Distanzen wird die Sicht des Fahrers fotografisch festgehalten. Je näher das Fahrzeug der späteren Unfallstelle kommt, desto weiter werden die Radfahrerinnen in Richtung Mitte der Fahrbahn positioniert.

Nach eineinhalb Stunden sind alle Szenarien festgehalten, die Straße wird wieder für den Verkehr freigegeben. Für die Sachverständigen geht die Arbeit aber erst richtig los. Sie müssen die Daten auswerten und zusammentragen.

Radlerin geht es besser

Der 48-jährige Radfahrerin, die am 4. August nach dem Unfall mit schwersten Kopfverletzungen ins Krankenhaus gebracht werden musste, geht es nach Angaben der Polizei wieder etwas besser.

SOCIAL BOOKMARKS