Linteler Jecken auf Kamellejagd
Bild: Werneke
„Helau!“: Ausgelassen zieht am Donnerstagvormittag die bunte Narrenschar bei strahlendem Sonnenschein in Lintel vom Schulhof aus durch die Nachbarschaft.
Bild: Werneke

Das hat einen guten Grund: Anders als beim Straßenkarneval, wie er etwa in den rheinischen Hochburgen gefeiert wird, bringen nicht die Zugteilnehmer Kamelle unters Volk. In Lintel dürfen sich vielmehr, und das schon seit rund drei Jahrzehnten, die jungen Teilnehmer des Lindwurms darüber freuen, dass ihnen Süßes von den Zuschauern am Wegesrand zugeworfen wird. So auch am gestrigen Altweiberdonnerstag.

Schüler und Kindergartenkinder unterwegs

Nachdem die rund 75 Grundschüler in ihren Klassen vorgefeiert haben, treffen sie sich mit den Steppkes des St.-Antonius-Kindergartens und stimmen lauthals „Helau“-Rufe an. Dann begibt sich die rund 110 Köpfe zählende Schar vom Schulhof aus auf den Weg durch die Nachbarschaft.

Die jungen Einhörner, Marienkäfer und Co. werden dabei nicht nur von den erwachsenen Lehr- und Kindergartenkräften begleitet, die ebenfalls ungewöhnliche Gestalt – sei es als Katze oder Troll – angenommen haben. Auch die Feuerwehr ist auf den Beinen und bietet den Jecken zusammen mit Schulhausmeister Herbert Junker – heute mal als Bayer unterwegs – Geleitschutz, damit alle sicher über die Straßen kommen. Auch die Narren des Linteler Vereins „Ecke Sagemüller“ sind mit von der Partie. „Das Dorf ist auf den Beinen“, freut sich Lehrerin Sigrid Vogel-Frentrup, Standortleiterin an der Schule in Lintel, die heute offensichtlich dem Motto „Sei (k)ein Frosch“ folgt.

Tierische Kostüme und mehr

Kostümiert haben sich die Mädchen und Jungen zuhause. Im Kindergarten habe man sich zuvor, wie deren Leiterin Claudia Kriedemann berichtet, mit den Themen „Tiere auf dem Bauernhof“ und „Regenbogenzauberland“ befasst.

Prinzenpaar wirft Süßes

Lange müssen die Schmetterlinge, Mammut, Cowboys- und -girls nicht warten, bis sich ihre Beutel mit Bonbons, Gummibärchen und Lollis füllen, denn die erwachsenen „Kamellewerfer“ zeigen sich großzügig. Auch das Prinzenpaar der „Ecke Sagemüller“, Irina Herzen-Wortmann und Henrik Wortmann, lässt das süße Glück hoch in die Lüfte fliegen. Nach ihm recken die aufmerksamen Leckermäuler die Hände und klauben es nach dessen unsanfter Landung emsig vom Boden auf.

Köstlicher Abschluss auf dem Schulhof

Für Gaumenfreuden hat der zweijährige Leander als Außerirdischer einen besonders weiten Weg zurückgelegt. Am Stand des Fördervereins der Postdammschule lässt er sich zum Abschluss mit vielen weiteren Erdenbürgern eine knackige Heißwurst munden.

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