Lösung für Raumnot am Ratsgymnasium
Bild: Sudbrock
Platzt aus allen Nähten: das Ratsgymnasium in Wiedenbrück. Zusätzliche Räume soll die Bildungseinrichtung demnächst in der ehemaligen Michael-Ende-Schule beim Seecafé bekommen.
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Die Entscheidung fiel in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses einstimmig. Durch die Erweiterung soll das Raumdefizit des Ratsgymnasiums reduziert werden. Zurzeit fehlen an der Bildungseinrichtung drei komplette Klassenzimmer. Insgesamt beziffert die Stadt den zusätzlichen Platzbedarf auf 300 Quadratmeter – auch aufgrund vergleichsweise kleiner Klassen- und Musikräume, fehlender Aufenthalts- und Besprechungszimmer sowie knapp bemessener Arbeitsbereiche für die Lehrer. In Abstimmung mit der Schule hat die Stadtverwaltung dem Ausschuss vorgeschlagen, die Michael-Ende-Schule in eine eigenständige Einheit für den fünften und sechsten Jahrgang umzubauen – mit Fachräumen, Verwaltungsbereich, Lehrerzimmer und Sporthalle. Auf diese Weise werde den Kindern nach dem Wechsel von der Grundschule aufs Gymnasium ein sanfter Start in geschütztem Rahmen ermöglicht, erläuterte die Leiterin des kommunalen Fachbereichs Jugend, Bildung und Sport, Dr. Ina Epkenhans-Behr.

Tägliche Laufwege zwischen dem Hauptgebäude an der Rektoratsstraße und der 300 Meter entfernt an der anderen Seite des Emssees liegenden Zweigstelle der Schule könnten auf diese Weise vermieden werden, sagte sie. Am Hauptstandort sei im Gegenzug eine Erweiterung des Raumangebots – gerade auch mit Blick auf den zu kleinen Verwaltungstrakt und fehlende Aufenthaltsbereiche – möglich. Bevor die Fünft- und Sechstklässler in die leerstehende Michael-Ende-Schule einziehen können, muss das Gebäude nach Überzeugung der Verwaltung im Inneren grundsaniert werden. Realistisch sei eine Fertigstellung bis Sommer 2018. Die Kosten bezifferte Dr. Ina Epkenhans-Behr auf 1,7 Millionen Euro. Für die anstehenden Umbauarbeiten im „Rats“ rechne man mit zusätzlich 780 000 Euro.

Gleich grünes Licht geben für die Baumaßnahmen wollten insbesondere CDU und SPD allerdings nicht. Sie forderten eine genauere Kostenschätzung sowie eine Prioritätenliste. Auf dieser Grundlage könne man dann spätestens Ende Mai eine Entscheidung treffen. Matthias Hegel (FDP) sah den Aufbau einer Dependance grundsätzlich kritisch. Ziel müsse es sein, alle Bereiche des Ratsgymnasiums an einem Standort zu vereinen. „Das sollte unser nächstes großes Projekt im Schulbereich sein“, sagte Hegel.

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