Lungensport eine wichtige Therapie
Ärzte-Information im Gasthaus Albermann (v. l.): der Facharzt für Innere Medizin Dr. Thilo Kaiser (Lippstadt), die Fachärzte für Allgemeinmedizin Dr. Thomas Starke (Lippetal) und Dr. Frank-Peter Diers (Rheda-Wiedenbrück) und sowie Gesundheitsberater Michael Beckstett (AOK Gütersloh).

 Vor Ärzten aus Rheda-Wiedenbrück und Umgebung betonte Dr. Kaiser, Patienten mit Asthma bronchiale, aber vor allem solche mit einer chronisch obstruktiven Bronchitis (COPD),  benötigten eine spezielle Sport- und Bewegungstherapie. „Viele Atemwegerkrankte denken, sie müssten sich dem Sport völlig entziehen. Aber die Leistungsschwäche, die sie an sich feststellen, geht auf den Bewegungsmangel zurück, der aus der Angst vor Überanstrengung resultiert“, sagte der Referent im Rahmen einer Qualitätszirkel-Fortbildung in der Gaststätte Albermann in Batenhorst.

Kein Leistungssport, sondern Therapie

Lungensport sei kein Leistungssport, nicht einmal das, was man unter Breitensport verstehe, meinte Dr. Kaiser. Lungensport sei vielmehr eine Therapie, die zwar die Lungenfunktion nicht wesentlich verbessere, aber das Herz-Kreislauf-System stabilisiere und dadurch die Kondition stärke. Patienten mit der Systemerkrankung COPD kämen unter körperlichen Belastungen schnell in Atemnot. Sie würden deshalb „lieber mit dem Fahrstuhl fahren statt Treppen zu benutzen.“ Eine Belastungsreduzierung bewirke jedoch, dass die Atemnot schon unter geringer Belastung auftrete, erläuterte der Referent. Mit ihrem Verhalten setzten Patienten somit einen Teufelskreis in Gang: Ihre Kondition gehe Schritt für Schritt nach unten.

Ein Krafttraining unter fachlicher Aufsicht sei deshalb nötig, sagte Dr. Thilo Kaiser, und es sei auch bei Patienten möglich, die stark ausgezehrt (Kachexie) oder mit einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung belastet seien. In einer „Lungenstunde“, die im Schnitt 90 Minuten dauere, sei der Aufbau in Phasen wichtig: Aufwärm-, Gymnastik-, Ausdauer-, Spiel- und Entspannungsphasen förderten die Leistungsbereitschaft. Gesteigert würden Belastbarkeit und Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Patienten, ihre Atemnot werde vermindert und verbessere den Allgemeinzustand.

Mehr Lebensqualität

Damit sei eine signifikante Erhöhung der Lebensqualität von COPD-Erkrankten feststellbar, erläuterte Dr. Kaiser. Eine Rehabilitationsmaßnahme, über einen Zeitraum von 18 Monaten eingehalten, verbessere deutlich die gesundheitliche Situation, egal welchen Schweregrad von Atemwegserkrankung der Patient vorher auch gehabt habe.

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