Lyambiko elektrisiert Publikum
Bild: Kreyer
Ausdrucksstark und vielseitig: Die Echo-Preisträgerin Lyambiko begeisterte das Publikum während ihres Konzerts in der Orangerie in Rheda. Mit Pianist Marque Lowenthal und Robin Draganic am Bass hatte sie Musiker an ihrer Seite, die ihr Metier beherrschen.
Bild: Kreyer

Sie sorgte damit für eine beeindruckende Fortsetzung der noch jungen Konzertreihe „Flora in Concert“. Mitunter von weither kamen die fast 200 Gäste. Keiner von ihnen wird das bereut haben, denn die folgenden 90 Minuten hatten es in sich. Lyambiko, mit bürgerlichem Namen Sandy Müller und 1978 in Thüringen geborgen, führte in einer unglaublichen Intensität durch einen Genremix aus Pop und Jazz. Das Meiste stammte aus ihrem neuen Album „Muse“, in dem sie Songs von berühmten Jazzerinnen wie Jutta Hipp, Julia Hülsmann und Aki Takase ins Rampenlicht rückte. Vielseitig – und  dafür  ist sie bekannt – singt sie, was ihr gefällt, ohne schnöde Genregrenzen. So von der „Muse geküsst“, sparte sie nicht mit ihrer timbrereichen Stimme, um das bekannte „Besame Mucho“ schmachtend zu zelebrieren. Ebenso wie das kurzweilige „I Got Rhythm“. Von Anfang an wirkte Lyambiko ungeheuer präsent – immer den Kontakt zum Publikum entfachend. Mühelos variierte sie ihre Stimme gekonnt in verschiedenen Schattierungen und Stimmungen: soulig im „On & On“, dem ersten Song der Sängerin Erykah Badu, und expressiv bei dem Hit „Landslide“ der „Fleetwood-Mac“-Sängerin Stevie Nicks. Zum Höhepunkt für Jazz-Fans wurde Lyambikos sehr persönliche, fantastisch gescattete Version von Charles Mingus’ „Good Bye Pork Pie Hat“.

Erstklassige Musiker

Doch der Konzertabend wurde nicht allein vom immensen Talent und der Ausstrahlung Lyambikos getragen. Erstklassig waren ihre Musiker, die gekonnt in einem variablen Spiel überzeugten. Pianist Marque Lowenthal zeigte gleich im ersten Stück „Do You Remember“, zu welchen Klangorgien er fähig ist. Mit Robin Draganic, der in tierischer Freude an seinem Bass zupfte, gehören beide zu den internationalen Größen des Jazz. Zusammen mit Heinrich Koebberling im pulsierenden Rhythmus am Schlagzeug und Lyambiko bildeten sie eine perfekte Einheit. Da passte einfach alles: die überbordende Spielfreude und das gegenseitig charmante Anfeuern. Ein Verdienst der Bandleaderin war es, dass sie ihren Mitmusikern so viel Platz für brillante Improvisationen einräumte. Nach dem gelungenen Abend kam schon Vorfreude auf das nächste Konzert am 7. Juni mit den „Klazz-Brothers & Cuba Persussion“ im Publikum und den Organisatoren der Flora Westfalica  auf.

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