Maibaum zur Sicherheit abgetakelt
Dirk Kamin und Peter Kliche auf dem Doktorplatz in Rheda. Im Hintergrund der abgetakelte Maibaum.

„Die Frau hat wirklich Schwein gehabt“, sagt Peter Kliche. Der ehemalige Ratsherr hat die Szene direkt vor Ort miterlebt. „Durch den starken Wind ist eine von den oberen Tafeln heruntergekracht und hat die Frau getroffen – zum Glück aber nur an der Seite“, erinnert er sich. „Wäre das massive Wappen auf den Kopf der Passantin gefallen, es hätte ihr wohl den Schädel gespalten“, ist sich der Ruheständler sicher.

Für Kliche ist der von der Altstadtinitiative aufgestellte Maibaum am Doktorplatz seit Jahren ein Dorn im Auge. „Das ist eine Gefahrenquelle erster Güte“, sagt er. Schon vor dem Beinahe-Unglück vor rund 14 Tagen seien immer wieder einzelne Schilder herabgefallen, berichtet der 77-Jährige.

In Zukunft können Passanten den Platz aber wieder ganz ohne Angst vor herunterfallenden Gegenständen betreten. Denn Peter Kliche hat sich nach dem Vorfall direkt an die Verwaltung der Stadt als auch an die Lokalpolitik gewandt. „Vom Baudezernat kam zwar nichts, aber Dirk Kamin von der UWG hat es an den Bürgermeister weitergeleitet“, sagt der Rhedaer. „Bereits am folgenden Montag sind die Tafeln abmontiert worden“, erklärt Kamin.

„Zur Gefahrenabwehr auf einem öffentlichen Platz hat die Stadtverwaltung hier eingegriffen und ließ durch das Ordnungsamt die Schilder abbauen“, bestätigt die Pressereferentin der Stadt, Maximiliane Plöger, das schnelle Einschreiten auf Nachfrage der „Glocke“.

Sowohl Peter Kliche als auch Dirk Kamin stören sich aber nicht allein an den Zunftwappen. Der Anblick des Maibaums und der bauliche Zustand des Doktorplatzes missfällt den beiden ebenso. Zum Mast, an dem jetzt neben einem Kranz nur noch viel Rost zu sehen ist, hat Peter Kliche eine klare Meinung: „Das ist doch ein Schandfleck.“

„Wer ist denn eigentlich für den Baum zuständig?“, fragt sich in diesem Zusammenhang nicht nur Politiker Kamin. „Der Mast wurde vor Jahren eingeweiht und danach hat sich keiner mehr darum gekümmert“, stellt Kliche fest. „Der Maibaum ist nicht die Sache der Stadt“, informiert Maximiliane Plöger. „Es hat sich die Altstadtinitiative zu kümmern.“

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