Markus Wallmeyer regiert St. Sebastianer
Bild: Wieneke
Hoch lebe der Schützenkönig Markus Wallmeyer. Nach einem spannenden Kampf gegen seine acht Mitbewerber trugen den strahlenden Regenten Bruder Bernd (3. v. l.) und dessen Sohn Sven (l.) auf den Schultern aus dem Schießstand. Erster Gratulant war Oberst Hermann-Josef Pierenkemper.
Bild: Wieneke

Der 68. König der St. Sebastianer wurde erstmals bereits am Samstag nach der Königsparade und dem Festzug auf dem Schießstand an der Reitbahn ermittelt. Das viel beachtete Schießen hatten um 15.43 Uhr die bis dahin noch amtierenden Majestäten eröffnet. Während König Wesley Hurmann sich mit sechs Ringen begnügen musste, freute sich Königin Jana Pierenkemper über acht Zähler. Lang war die Reihe der Grünröcke, die sich am Kampf um die Königswürde beteiligten. Doch nur neun von ihnen qualifizierten sich mit der erforderlichen Zehn für den zweiten Durchgang, den um 16.20 Uhr Willi Pierenkemper eröffnete.

König steht nach 57 Minuten fest

Mit neun Zählern mussten Christoph Pierenkemper, Lukas Huneke und Klaus Westermann, ebenso wie eine Runde später auch Willi Pierenkemper und Ralf Grundkötter, ihre Hoffnungen auf den Titel begraben. Danach ging es Schlag auf Schlag. Nach neun Zählern von Ludger Melcher waren es nur noch drei Bewerber: Gerda Humann, Markus Wallmeyer und Heiner Wortmann, der schließlich im sechsten Durchgang ausschied. Um 16.40 Uhr war es dann soweit: Gerda Humann patzte und Markus Wallmeyer jubelte als neuer Wiedenbrücker Schützenkönig. Er regiert die St. Sebastianer mit seiner 46 Jahre alten Ehefrau Gerlinde.

Markus Wallmeyer gehört seit 1979 der vierten Kompanie an und stammt aus einer an Königstiteln reich gesegneten Familie: Vater Otto Wallmeyer, Ehrenhauptmann der „Vierten“, regierte 1984/1985 mit Ehefrau Margret die Bürgerschützen. Bruder Bernd folgte mit Gattin Claudia 2003/2004 auf dem Königsthron. Zudem führte Bernd 2009 den Titel „König der Könige“, während Claudia diese Ehre 2013 zuteil wurde. Doch damit nicht genug: Schwester Edith ist seit Mai gemeinsam mit ihrem Ehemann Heinz Westergerling das Regentenpaar im kleinen Örtchen Lünern im Kreis Unna. Die Königsresidenz von Markus und Gerlinde Wallmeyer steht an der Vogelsangstraße. Die Regenten haben zwei Kinder: Sohn Thomas, 21 Jahre alt, und die 19-jährige Marina. König Markus engagiert sich im Geschäftsführenden Vorstand der Sebastianer als Schatzmeister. Ehrenamtlich ist er zudem Vorsitzender der KAB St. Vit und auch Sprecher des KAB-Stadtverbands Rheda-Wiedenbrück.

Markus Wallmeyer ist Elektrotechniker sowie Betriebswirt des Handwerks und arbeitet in einem Ingenieurbüro in Versmold. Der Chorgesang ist die Passion von Ehefrau Gerlinde. Gemeinsames Hobby des Königspaars ist das Bergwandern. Dem Throngefolge der frisch gebackenen Regenten der Bürgerschützen St. Sebastian Wiedenbrück von 1492 gehören Wolfgang und Tanja Hammelbeck, Rüdiger und Birgit Albers, Ludger und Christiane Melcher sowie Udo Beilmann und Sina Disselkamp an.

Hoher Bruderschaftsorden für Reinhold Maasjosthusmann

Mit einem deftigen westfälischen Frühstück in gemütlicher Runde stimmten sich die Bürgerschützen St. Sebastian Wiedenbrück nach einem gelungenen Ball auf den dritten Festtag ein. Auszeichnungen langjährig treuer Mitglieder sowie ehrenamtlich engagierter Grünröcke prägten den Sonntagmorgen. Als gestandenen Idealisten zeichnete Norbert Brinkrolf, Schatzmeister des Bezirksverbands Wiedenbrück, Reinhold Maasjosthusmann mit dem Hohen Bruderschaftsorden des Bundesverbands Historischer Deutscher Schützenbruderschaften aus. 1975 trat Maasjosthusmann als Jungschütze dem Bürgerschützenverein bei. 1989 übernahm er Verantwortung als Adjutant des Majors und engagierte sich als stellvertretender Geschäftsführer. Maßgeblichen Anteil hatte der hoch Dekorierte an der Erstellung der Chronik anlässlich der 500-Jahr-Feier 1992. Seit 2001 ist Maasjosthusmann Geschäftsführer und errang im selben Jahr die Königswürde. „Du hast dich durch deinen Fleiß und deine Zuverlässigkeit in außerordentlicher Weise um den Bürgerschützenverein verdient gemacht“, betonte Norbert Brinkrolf in seiner Laudatio.

Zuvor hatte der Vorstand zwei Mitglieder des St.-Sebastian-Spielmannszugs mit dem Verdienstorden als höchste Auszeichnung des Bürgerschützenvereins ausgezeichnet: Jürgen Büscher und Georg Hammelbeck. Büscher sei als „Kind der Reitbahn“ aufgewachsen, so dass die Schützenfeste schon früh ein fester Bestandteil seines Lebens geworden seien, sagte Oberst Hermann-Josef Pierenkemper. Der Geehrte gehört dem Musikzug seit 1968 als Trommler an. Seit einigen Jahren spielt er die Becken. Hammelbeck ist seit 1990 im Spielmannszug aktiv, ebenso wie bereits sein Vater und seine drei Geschwister. Er spielte zunächst die Querflöte und gibt heute mit der Lyra den Ton an.

Beifall für das Jubiläumskaiserpaar

Großen Beifall gab es für das amtierende Jubiläumskaiserpaar Hans Peter und Helga Drücker. Sie feiern in dieser Saison ihr Silberjubiläum und wurden vom Vorstand ausgezeichnet. Hans Peter Drücker regierte 1979/1980 gemeinsam mit Ehefrau Helga die St. Sebastianer und führte 1991 als Kaiser die Bürgerschützen ins Jubiläumsjahr zum 500-jährigen Bestehen. Sechs Jahre später sicherte er sich zudem den Titel „König der Könige“.

36 Frauen und Männer wurden am Sonntag als langjährig treue Mitglieder der Schützenfamilie für insgesamt 1285 Jahre ausgezeichnet. Seit 60 Jahren im Verein sind Josef Beckschäfer, Hermann-Josef Eustermann, Stefan Funke, Alfons Monkenbusch und Josef Uhrmeister. Auf fünf Jahrzehnte Treue können Josef Kroll, Ewald Maasjosthusmann und Willi Michels zurückblicken. Den Orden für 40-jährige Mitgliedschaft erhielten Jürgen Belger, Hans Carree, Burkhard Erlenkötter, Hans Himmeldirk, Heinz-Josef Junkerkalefeld, Heinz Lettmann, Wilhelm Pierenkemper, Alfons Sudbrock und Hans Theunissen. Seit 25 Jahren dabei sind Kurt Aulbur, Karl-Ernst Bunzel, Oliver Czaja, Johann-Jürgen Descher, Norbert Flaskamp, Eugen Großerohde, Joachim Jarsch, Alfred Liekenbrock, Jürgen Linnemann, Marion Hippe, Christian Nottbrock, Bernhard Rottmann, Franz Schnusenberg, Manfred Schumacher, Günter Steiling, Axel Sträter, Hubert Strewe, Otto Wohlscheid und Ulrich Wegener.

SOCIAL BOOKMARKS