Mehr Polizei denn je im Einsatz
Bild: Sudbrock
Die fünfte Jahreszeit sei schon immer eine besondere Herausforderung gewesen, sagt Polizeisprecher Karl-Heinz Stehrenberg, ganz unabhängig von den jüngsten Ereignissen. Für Ordnung sorgen in jedem Jahr die Ordnungshüterinnen der Altweiber – wenn auch mit einem Augenzwinkern. Wer sich als Mann nicht benimmt, wird ohne Prozess und im Handumdrehen eingekerkert.
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„Wir tragen den Umständen Rechnung“, sagt der Pressesprecher der Behörde, Karl-Heinz Stehrenberg, ohne allzu sehr ins Detail gehen zu wollen. Aus einsatztaktischen Gründen könne er keine Zahlen nennen, sagt Stehrenberg. Gleichwohl kündigt er an, dass man noch präsenter als in den Vorjahren sein werde. In der Mehrzahl würden uniformierte Beamte eingesetzt, die in der Innenstadt und den angrenzenden Gassen für Ordnung sorgen.

Der Karneval sei schon immer eine besondere Herausforderung gewesen, erläutert der Behördensprecher, ganz unabhängig von den jüngsten Ereignissen. „Einfach waren die Einsätze noch nie.“ Nach übermäßigem Alkoholgenuss vergisst so mancher seine gute Kinderstube, der er in vielen Fällen nicht einmal wirklich entwachsen ist. Respektlosigkeit macht sich in Form von Wildpinkeln und gewalttätigen Auseinandersetzungen ebenso bemerkbar wie in der Kommunikation mit Polizeibeamten: Es gebe eine gewisse Klientel, die mehr und mehr der Meinung sei, Ordnungshüter angehen zu können, weiß Stehrenberg. Die Hemmschwelle sei gesunken. „Gefühlt war es früher deutlich ruhiger.“

Obwohl man von Kölner Verhältnissen in vielerlei Hinsicht weit entfernt ist, rückt wenige Wochen nach den Übergriffen auf Frauen bei Silvesterfeierlichkeiten das Thema Sicherheit auch bei der Grafschaftler Karnevalsgesellschaft Rietberg (GKGR) mehr denn je in den Fokus. Daran dürfe nicht gespart werden, sind sich Präsident Robert Junkerkalefeld und der Zugchef Klaus Ebbesmeier einig. So seien – unabhängig von den Polizeikräften – schätzungsweise 60 Sicherheitsleute privater Unternehmen und seitens des Vereins unterwegs.

Regelmäßig stimmt die Stadtverwaltung das Sicherheitskonzept mit Organisatoren sowie Ordnungshütern ab und passe es gegebenenfalls an. Für Rietberg sei allerdings kein erhöhtes Gefährdungspotenzial zu erkennen, hieß es am Dienstag von Pressesprecherin Nina Tiemann aus dem Rathaus, so dass das Muster nicht überarbeitet werden müsse. Ein Auge auf die Feiernden hat im Übrigen nicht allein die Polizei: Streifen des Ordnungsamts werden insbesondere jugendliche Konsumenten von alkoholischen Getränken in den Blick nehmen, ebenso wie die Jugendschutzkontrolleure der Kreisverwaltung.

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