Memoriam-Garten auf Kommunalfriedhof
Bild: Werneke
Ort der Trauer und des Verweilens: Im alten Teil des Kommunalfriedhofs in Wiedenbrück in Nähe der Patersgräber ist ein Memoriam-Garten entstanden. Das Bild zeigt dort (v. l.) Hubert und Tanja Vossel, Sylke Klasen und ihre Mitarbeiterin Anja Pelster, Friedhofsgärtnermeister Ralf Wegener, Roland Wagner und Jochen Kampeter.
Bild: Werneke

Rund 110 Urnen- und knapp 70 Erdgräber können dort Platz finden. In Form eines Blatts ist der von Bäumen umsäumte Garten für die Verstorbenen wie aus einem Guss gestaltet. Anröchter Stein wurde zum Beispiel nicht nur für die zehn Sitzplätze verwendet, die die Trauernden zum Verweilen einladen, sondern auch für die Stele, die im Mittelpunkt in die Höhe ragt. Aus ihr wurde ein Kreuz herausgearbeitet. Zwei Rundwege ziehen sich durch Rasen und bepflanzte Flächen: Der innere Ring ist für die Urnen-, der äußere für die Sargbeisetzung vorgesehen. Auch Partnergräber sind möglich. Insgesamt vier Modelle von Grabsteinen stehen zur Beschriftung zur Auswahl. Sie treffen verschiedene Geschmäcker und harmonieren zugleich: eine satinierte Glasscheibe auf einem Steinsockel, eine gebrannte, dunkle Granitstele, eine Kugel aus gelbem Granit und ein Pult aus skandinavischem Granit. „Die Stadt stellt nur die Fläche zur Verfügung“, informierte Jochen Kampeter, bei der Stadt zuständig für Friedhofsangelegenheiten, bei der Vorstellung des nun fertiggestellten Areals – und sie verkaufe das Grabnutzungsrecht. Den Garten geschaffen und das kaufmännische Risiko dafür trügen die drei beteiligten Gärtnereien Klasen, Vossel und Wagner. Und da diese mit ihrem Namen hinter dem Projekt stehen, ist er sich sicher: „Die Anlage wird stets auf hohem Niveau gepflegt werden.“ Unterstützt wurden die Gärtner durch die Steinmetzbetriebe Budde und Toma.

Ort der Trauer

 Mit Blick auf die Pflege der Ruhestätten betonte Roland Wagner: „Man kann etwas machen, muss es aber nicht.“ Hinterbliebene, dürfen also beispielsweise eine Kerze oder ein Blumengesteck zu dem Grabstein des Verstorbenen stellen. Doch wenn sich niemand um das Grab kümmern kann – sei es, weil Angehörige keine Zeit haben, weit entfernt weg wohnen, oder es keine gibt – wird die Ruhestätte im Memoriam-Garten über die gesamte Ruhezeit gepflegt. Der Kunde erhält gewissermaßen ein Gesamtpaket und weiß von vornherein um die Kosten für die Ruhestätte. Zwar muss man sich nicht um die Grabpflege sorgen, habe aber anders als bei einer anonymen Bestattung einen Ort zum Trauern, betonte Kampeter. Er freue sich über die optische Aufwertung. Der Memoriam-Garten sei zuletzt Rasen gewesen, nachdem zuvor die Nutzungsrechte für die Reihengrabfelder dort abgelaufen waren.

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