Mit 89 Jahren hinter der Theke
Bild: Werneke
Seit mehr als 70 Jahren steht Hilde Althoetmar hinter der Theke ihrer Gaststätte in Batenhorst.
Bild: Werneke

 

Der Gastraum mutet an wie ein großes öffentliches Wohnzimmer, in dem es sich die Vergangenheit gemütlich gemacht hat. Am Buschweg in Batenhorst ist die betagte Wirtin groß geworden. Das „Haus Althoetmar“ ist die wohl älteste Kneipe in Batenhorst. Sie ist ihr Leben.

Davon zeugt auch manch persönlicher Gegenstand. Stufe für Stufe die Treppe hinab, führt Hilde Althoetmars Weg vorbei an Fuchs, Geweih und anderen Jagdtrophäen. „Mein Vater ging auf die Jagd“, erklärt sie dazu. Ihm sei auch der heutige Name der von ihrem Großvater gegründeten Gaststätte Meintrup zu verdanken. Der aus Hoetmar stammende Reinhold Althoetmar hatte sich in Johanna Meintrup verliebt, eine der drei Töchter des Hauses, die im Volksmund die „drei Rosen“ genannt wurden, und eingeheiratet. Das Paar bekam zwei Töchter: Hilde und Katharina.

Von ihrer inzwischen verstorbenen Schwester stammt auch das große gestickte Pferdeporträt, das ebenfalls die Wand schmückt. „Wir hatten früher auch etwas Landwirtschaft dabei“, blickt Hilde Althoetmar zurück. Sie schätzt, dass etwa zwölf Morgen Land bewirtschaftet werden mussten. Drei Kühe hätte die Familie auch gehabt. „Melken kann ich noch heute, das verlernt man nicht“, sagt die noch immer zupackende Frau, die sich auf die Eckbank am Fenster gesetzt hat, die den Blick auf die Felder vor dem Haus freigeben. „Bierzapfen ist einfacher“, befindet die Expertin, die, seit sie etwa 18 Jahre alt war, hinterm Tresen steht – mehr als sieben Jahrzehnte.

Bei Jagdgesellschaften sei auch Essen serviert worden, doch eigentlich ist das „Haus Althoetmar“ eine Schankwirtschaft. Nach dem Kirchgang kamen früher die Gäste zum Buschweg, und noch heute öffnet die rüstige Seniorin ihren Ein-Frau-Betrieb sonntags ab 11 Uhr zum Frühschoppen. Werktags schließt sie um halb fünf auf.

Allerlei Gäste hat sie schon willkommen geheißen. Früher fand zum Beispiel noch der Frühschoppen der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft in jährlichem Wechsel in den Kneipen statt. Heute kommen die Grünröcke am Tag nach dem Schützenfest in gemütlicher Runde im „Haus Althoetmar“ zusammen. Auch der Männergesangverein Geselligkeit trifft sich hier zur ein oder anderen Sitzung.

SOCIAL BOOKMARKS