Mit Stoffen auf Tuchfühlung gehen
Bild: Ebert
Eine reiche Auswahl bot der Stoff- und  Tuchmarkt in Rheda.
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Rund um das Rathaus in Rheda stehen die Stände dicht an dicht. Kurzwaren soweit das Auge reicht. Vornehmlich Beschicker aus den Niederlanden buhlen um die Gunst der Kunden, die auch fürs eigene Outfit einen Stoffwechsel in Erwägung ziehen. Möbel- und Dekorstoffe in allen erdenklichen Variationen türmen sich auf den Verkaufstischen. Die Besucher scheuen sich nicht und gehen mit Kennerblick auf Tuchfühlung mit den Textilien.

Schleifen und Strass

Schleifenbänder und Borden sind das Geschäft von Manfred Gerhardt. Der Unternehmer aus Holzwickede ist mit dem Geschäft zufrieden. Dennoch: „So viel wie der Spanier und Italiener kauft der Deutsche aber nicht“, sagt er mit dem zarten Hinweis, dass er auf Kreativmessen europaweit zu Hause ist. Ob Bergamo, Bilbao oder Barcelona: Borden von Gerhardt zieren Textilien im Süden dieses Erdteils. Alessa Thiel aus Oelde haben es die Knöpfe aus Horn angetan. Auch an diesem Verkaufsstand fällt die Entscheidung nicht leicht. Einen Steinwurf entfernt werden Strass-Applikationen feilgeboten. „Soll es ein maritimes Motiv sein?“, fragt die Verkäuferin. Nein, die Kundin entscheidet sich für einen Schmetterling. Der junge Sohn, dessen Meinung hier nicht gefragt ist, favorisiert ganz offensichtlich ein Feuerwehrauto, das man wie sämtliche andere Motive ruckzuck auf die Hose bügeln kann.

Erwartungen nicht enttäuscht

Die Geschäftigkeit kann auch ein Schauer nicht entscheidend unterbrechen. Schmuck und Schnittmuster wechseln gegen Bares den Besitzer. Taschengriffe aus Holz verschwinden in Plastiktüten von Heimwerkern. Besucher zücken die Elle, um Taft und Stenzo auszumessen. Sind die Preise auf dem Stoff- und Tuchmarkt günstig? Irmgard Schmitt glaubt nicht. „Das ist auch nicht so wichtig. Die Auswahl hier in Rheda ist famos“, erklärt sie, weshalb sie aus Paderborn angereist ist. Diese Meinung vertreten viele Besucher. Und sicher scheint: Schneidern in den eigenen vier Wänden ist wieder im Kommen. Die Organisatoren haben mit ihrem Konzept also die Erwartungen der Besucher nicht enttäuscht. Von dem Spezialmarkt profitiert auch der Einzelhandel, der parallel am Sonntag die Türen im Zentrum der ehemaligen Fürstenstadt geöffnet hatte.

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