Mörderisches Verwirrspiel ums Erbe 
Bild: Wieneke
„Zwölf Zimmer, Küche, Grab“ heißt die aktuele Inszenierung des Piustheaters in Wiedenbrück, die jetzt Premiere feierte.
Bild: Wieneke

„Schau nicht unters Rosenbeet“ des Briten Norman Robbins liefert die Grundlage der Bearbeitung der Kriminalkomödie für das Piustheater Wiedenbrück unter der Regie von Holger Kardinahl. Am Samstag war Premiere im Gemeindehaus St. Pius in Wiedenbrück. Das faszinierende mörderische Verwirrspiel gepaart mit gekonnten Leistungen der zehn Akteure begeistert durch rabenschwarzen britischen Humor und Spannung bis zur letzten „blutigen Minute“.

Spannend-gruselig, aber ohne Effekthascherei

Mit technischer Kreativität ist es Lutz Bröker, den Bühnenbauern sowie Manuela und Svenja Balke – verantwortlich für die Maske – gelungen, das spannend-gruselige Geschehen selbst für den zartbesaiteten Besucher ohne Effekthascherei als ein außergewöhnliches Ereignis zu gestalten. Tatort in England ist das düstere Monument House – der Sitz der Henks, einer Familie mit viel krimineller Energie.

Vater Septimus Henk ist kürzlich verstorben. Der Patriarch hinterlässt sechs erwachsene Kinder – allesamt schrullig und komplett durchgeknallt. Das sind Archibald – ein verrückter Chemieprofessor (Achim Wenk) – und Marcus (Tobias Winkenstette), der sich für Julius Cäsar hält. Tochter Dora (Kathrin Kardinahl) frönt der Giftmischerei, ihre Schwester Emily (Heike Effertz) der rohen Gewalt, und Violet (Dana Bressel) glänzt als männermordender Vamp. Der sechste Henk-Sproß treibt in den unterirdischen Gängen des Hauses sein Unwesen. Damit nicht genug: Die undurchsichtige Krankenschwester Jenny Franklin (Olesia Heide-Wenk) lebt als persönliche Krankenschwester des Möchtegern-Cäsars Marcus ebenso in der sonderbaren Familie wie Haushälterin Henrietta Hammond (Ilona Bals).

Familienanwalt eröffnet Testament

Nun steht die Testamentseröffnung durch den smarten Familienanwalt Hamilton Penworthy (Friedemann Dressler) an, ist doch jeder Henk-Spross scharf auf einen möglichst großen Erbteil. Das Entsetzen der Kinder ist maßlos, als sie erfahren, dass ihr verstorbener Vater auch eine Fremde – die junge Romanautorin Ermyntrude Ash (Steffi Brökelmann) – in seinem Testament bedacht hat. Sie ist mit ihrem Literaturagenten Peregrine Potter (Sebastian Wenk), wie der Haushälterin und der Krankenschwester als weitere Erben vor Ort.

Gierige Erben unter einem Dach

Gierig leuchten die Augen aller, als der Anwalt die Summe von sechs Millionen Pfund plus Familiensitz bekanntgibt. Allerdings müssen die Erben ihren Wohnsitz in das Henk-Haus verlegen – ein mörderisches Verwirrspiel nimmt seinen Lauf, zumal der angeblich verstorbene Septimus Henk noch leben soll und sein blutiges Unwesen treibe.

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