Multiresistente Keime in der Ems entdeckt
Die GNU beantragt, alles zu vermeiden, was dazu geeignet ist, die Ems weiter mit multiresistenten Keimen zu belasten. Bei Tests waren diverse Krankheitserreger gefunden worden.

Die Gemeinschaft und das Bündnis hatten die Proben in Auftrag gegeben. Denn: Immerhin leite einer der größten Schlachthöfe Europas seine Abwässer über die Kläranlage Rheda in den Fluss, erläutern die Initiatoren in einem Brief an Rat und Verwaltung.

Firma Tönnies ist sich keiner Schuld bewusst

Nun steht fest: Beide Proben seien deutlich belastet mit Krankheitserregern, die multiresistent sind, sprich: kaum ein Antibiotikum kann sie mehr bekämpfen. Die GNU beantragt deshalb, dass unverzüglich alle Maßnahmen ergriffen werden, um die Einleitung der multiresistenten Keime zu ermitteln und sie zeitnah zu unterbinden. „Bis zur endgültigen Klärung der Qualität des Emswassers sind aus Vorsorgegründen Aktionen auf, an und in der Ems zu verbieten, die zu einer Gesundheitsgefährdung durch multiresistente Keime führen können“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Die Firma Tönnies ist sich keiner Schuld bewusst, was die antibiotika-wehrhaften Krankheitserreger in der Ems angeht, zumal man selbst nichts direkt einleitet. „Wir betreiben stattdessen mit einem hohen Aufwand zunächst eine eigene Behandlung unseres Schmutzwassers, so dass dieses – wenn es später dem städtischen Teil der Kläranlage zugeführt wird – sauberer ist als häusliches Abwasser“, sagt Unternehmenssprecher Dr. André Vielstädte.

„Das ist eine Milchmädchenrechnung“

Es gebe bereits diverse Veröffentlichungen, in denen auf die Verunreinigung von Gewässern in Deutschland mit multiresistenten Keimen hingewiesen werde, weiß Vielstädte. „Hieraus jetzt eine Kampagne gegen Tönnies zu machen, ist eine Milchmädchenrechnung des Bündnisses gegen die Tönnies-Erweiterung, um politisches Kapital daraus zu schlagen.“

Das Bundesinstitut für Risikobewertung sowie das Bundesumweltamt belegten, so André Vielstädte weiter, dass Antibiotikaresistenzen „ein grundsätzliches Problem in ganz Deutschland sind, die ihnen zufolge auf die Humanmedizin und die Tierhaltung zurückzuführen sind“.

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