Musik erfüllt die Altstadtgassen
Bild Dresmann
Eröffnung des Altstadtfests Rheda im Blaukittel: Das Bild zeigt (v. l.) Klaus-Dieter Weiner, Claudia Schulze, Professor Dr. Ernst Albien und Bürgermeister Theo Mettenborg (v. l.).
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150 Helfer sind an den Bierständen, hinter den Kuchentheken oder im Hintergrund während der drei Veranstaltungstage aktiv. Unter ihnen befinden sich nicht nur Vereinsmitglieder – mehr als 200 zählt die Initiative –, sondern auch viele Anwohner, Familienangehörige oder Freunde der Altstädter. Sie alle stellen das Ereignis zusammen ehrenamtlich auf die Beine. Über die Jahre hat sich das Fest aber auch verändert. War es früher die zur Handwerkergasse umfunktionierte Kleine Straße, die am Samstag und Sonntag die Besucher lockte, kommen die Leute mittlerweile hauptsächlich am Samstagabend zum Feiern in die prall gefüllten Altstadtgassen. Daher wurde auf den Bühnen am Samstagabend reichlich Musik geboten: Die Band „Wohnzimmersoul“ mit dem weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannten Michael van Merwyk in ihren Reihen spielte in der Kleinen Straße. Die Band „Lucky Star“ wusste mit Rock und Pop auf der Bühne des Großen Walls zu überzeugen.

Das Platzkonzert am Samstagnachmittag gab das Fürstliche Trompetercorps Rheda jedoch mehr für sich selbst, da kaum Publikum auf dem Doktorplatz war. Genauso wie die Fürstlichen Trompeter, ließen sich die gut gelaunten Jungs von der „Oel’n Kapel“ aus Rheda-Wiedenbrücks niederländischer Partnerstadt Oldenzaal aber von rarer Zuhörerschaft am Samstagnachmittag ihren Spaß nicht verderben.

Deko aus Beton

Zum ersten Mal beim Altstadtfest dabei waren Jörg und Nadine Newels aus Lippstadt. Sie verkauften Dekorationsartikel aus Zement und Beton. „So sechs Säcke Zement verbrauche ich schon pro Woche“, berichtete Jörg Newels. Besonders beliebt seien seine Herzen aus Beton. Die würden sie oft mit Schriftzügen oder Fotos bedrucken, erklärte der Gärtner, der eigentlich eher mit dem Rasenmäher als mit Beton arbeitet. Knallig bunt und umso beliebter waren auch die einem halben Straußenei ähnelnden Dekoschalen. „Alles hat damit angefangen, dass ich kleine Sterne verschenken wollte“, blickte Nadine Newels auf die Anfänge ihres Hobbys zurück, das jetzt in einem Stand auf dem Altstadtfest gipfelte.

Viel Arbeit hinter den Kulissen

Ein besonderer Dank galt bei der Eröffnung des Fests in den historischen Gassen dem Vorsitzenden der Bürgerinitiative Altstadt Rheda, Klaus-Dieter Weiner. Seine Vorstandskollegen um Schriftführerin Claudia Schulze und Beisitzer Thomas Kirchberg überreichten ihm zusammen mit den Doktorplatzwirten Tanja Mathieu (Gaststätte Neuhaus) und Jürgen Monkenbusch (Carpe Diem) ein 30-Liter-Fass Bier, „als Dank für deine viele Arbeit“, sagte Thomas Kirchberg. Auch Professor Dr. Ernst Albien bedankte sich als Vorsitzender des Heimatvereins Rheda „für das große Rad, das ihr hier jedes Jahr dreht“. Bürgermeister Theo Mettenborg, stilecht auch im Blaukittel der Altstädter gekleidet, wünschte allen ein „knalliges Fest“, zu dessen Eröffnung außer wenigen Gästen eine Hand voll Ratsvertreter gekommen waren.

Bestrickend

Doch Sponsoren und die Nachbarn von Schloss Rheda, die Familie zu Bentheim-Tecklenburg, ließen sich die Teilnahme am Umzug durch die Altstadtgassen nach der Eröffnung dennoch nicht nehmen. Vorbei ging es dann auch am Stand von Susi Krüger und Monika Röhrig. Die beiden Wiedenbrückerinnen hatten wieder zahlreiche Strickwaren und Stickprodukte im Angebot. Im Endeffekt waren die beiden wohl die einzigen, die sich schlechteres Wetter gewünscht hätten, „denn bei dem Wetter kauft niemand eine Mütze oder einen Schal“, sagte Susi Krüger und hatte bereits einige Produkte zurück in den Koffer gepackt. Ein Hingucker war dagegen ein gehäkeltes Puppenkostüm in den Vereinsfarben von Borussia Dortmund. Ob die Farbwahl zufällig oder bewusst getroffen worden war, wollten die zwei Frauen allerdings nicht verraten

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