Musikalische Mitbewohner in der EBR?
Bild: Nienaber
Klangvolle Variante: Im EBR-Gebäude in Rheda ist auch nach dem Einzug der Johannisschule Platz. Als möglicher Nutzer der freien Flächen ist die Kreismusikschule im Gespräch.  
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Ein möglicher Kandidat ist die Kreismusikschule. Erste Gespräche mit ihr hat die Stadt als Schulträger geführt. Dabei seien „Notwendigkeiten und Wünsche“ thematisiert worden. „Die Fachverwaltung begrüßt die Initiative der Kreismusikschule, mehr musikalische Angebote in der Stadt Rheda-Wiedenbrück anzubieten“, äußerte sich der Erste Beigeordnete Dr. Georg Robra mit Blick auf die mögliche Nachnutzung des EBR-Gebäudes. Rund 5400 Quadratmeter werden der Johannisschule dort zur Verfügung stehen. Frei sind nach Auskunft der Verwaltung noch rund 400 Quadratmeter, da die Wenneberschule nicht dort einzieht („Die Glocke“ berichtete).

Hoffnung auf Synergieeffekte

Zurzeit würden die Rahmenbedingungen einer gemeinsamen Nutzung des Gebäudes an der Lessingstraße durch Grund- und Musikschule von der Fachverwaltung konkretisiert und geprüft, heißt es aus dem Rathaus. „Sobald belastbare Ergebnisse vorliegen und alle möglichen Nutzungsvarianten bewertet sind, werden die politischen Gremien in angemessener Art und Weise eingebunden“, erläuterte Dr. Georg Robra gegenüber der „Glocke“. „Wir versprechen uns davon Synergieeffekte“, sagte Dr. Robra am Dienstag im Schulausschuss. Durch die räumliche Nähe könnte die musikalische Bildungsstätte die Grundschule in Projekten oder bei der Einrichtung von Musikklassen unterstützen. Die Kreismusikschule wiederum hätte etwa die Gelegenheit, die Aula mitzunutzen. „Denkbar und wünschenswert“ seien laut Dr. Robra auch Formen der Kooperation mit der Offenen Ganztagsschule. Deren Träger ist die VHS. Durch eine „feste räumliche Verankerung“ der Einrichtung des Kreises könnten die anderen Rheda-Wiedenbrücker Schulen ebenfalls profitieren.

Wie Dr. Robra informierte, werde nach Aussage der Musikschule, die Fördergelder aus dem Kreishaushalt erhält, in Rheda-Wiedenbrück derzeit weniger Unterricht erteilt, als der kreisangehörigen Kommune auf der Basis eines Verteilerschlüssels zustehe. Hintergrund dafür seien fehlende Räumlichkeiten.

Kostenfaktor

Die von der Johannisschule nicht genutzten EBR-Räumlichkeiten würden die Stadt jährlich 17 400 Euro kosten (Betrieb: 9100 Euro, Instandhaltung: 5000 Euro, Abschreibung: 3300 Euro). Dies berichtete jüngst auf Anfrage der SPD der Leiter des städtischen Fachbereichs Immobilienmanagement, Thomas Becher.

Einsteiner ziehen in Johannisgebäude

Die Anfrage zu der EBR-Immobilie in Rheda war im Ausschuss für Grundstücke und Gebäude thematisiert worden. Dort meldete sich auch Dirk Kamin (UWG) zu Wort und fragte bezüglich der noch nicht verplanten EBR-Räume, ob man dort nicht eventuell einen Kindergarten unterbringen könnte. Stadtkämmerin Christine Zeller erklärte, dass die Verwaltung am Thema „dran sei“ und überlege, die Fläche „sinnvoll zu nutzen“. Mit dem Umzug der Johannisschule in das EBR-Gebäude an der Lessingstraße tun sich am Grundschulstandort an der Fürst-Bentheim-Straße in Rheda neue Möglichkeiten für das benachbarte Einstein-Gymnasium auf. Nach Auskunft der Verwaltung würden laut des Schulentwicklungsgutachtens von „Biregio“ elf große Räume fehlen. „Biregio“ sei damit beauftragt, ein Raumprogramm zu entwickeln, das eng mit der weiterführenden Schule abzustimmen sei. Auf dieser Grundlage sollten im nächsten Schritt die baulichen Maßnahmen konkretisiert und verwirklicht werden. Ziel sei es, dass das Gymnasium ab dem Schuljahr 2020/2021 das Gebäude der Johannisschule nutzen kann.

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