Nach Lkw-Diebstahl erneut hinter Gitter

Ein 35-Jähriger ist am Freitag in Gütersloh zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt worden.

 Der Ganove mit langer Vorstrafenliste befand sich nach viereinhalb verbüßten Jahren hinter schwedischen Gardinen gerade sechs Wochen auf freiem Fuß, als ihn ein Mobiles Einsatzkommando (MEK) der Polizei nachts stellte. Nachts, weil er ohne erforderliche Fahrerlaubnis das Fahrzeug steuerte und hoffte, nicht erwischt zu werden. Den Daimler Chrysler Actros 264 der Tönsmeier Entsorgung Westfalen GmbH, befahl ihm sein Auftraggeber, sollte er stehlen. Also fuhr er mit der Bahn nach Westfalen und mit dem Bus in die Doppelstadt. An der Kupferstraße brach er gegen 23 Uhr am 3. Dezember 2012 einen Bürocontainer auf, gelangte an die LKW-Schlüssel, brach auch die Rolltürschlösser des Firmengeländes auf und steuerte seine Beute rund 130 Kilometer weit bis nach Bad Arolsen, wo er den Truck einem Hintermann übergeben sollte. 500 Euro sollten sein Lohn sein. Er wartete zwei Nächte vergeblich, der Boss erschien nicht. Dafür tauchte die Polizei auf. Nahe der Bundesautobahnabfahrt Homburg (Efze), Regierungsbezirk Kassel, wurde der Mann vom MEK mittels des Einsatzes von Gasspray dingfest gemacht. Nach 14 Tagen in der Krankenstation der Haftanstalt fand er sich wieder in der gewohnten Umgebung, einer Zelle.

Immer wieder Metalldiebstähle

Als Bewährungsversager bezeichneten ihn Staatsanwältin und Verteidigerin. Letztere versucht schon seit einiger Zeit, ihm aus der Patsche zu helfen. Seit dem 17. Lebensjahr haben Metalldiebstähle eine bestimmende Rolle in dem Lebenslauf des 35-Jährigen mit Sonderschulabschluss. Nach kurzer Zeit als Schrotthändler wurde er zum Ganoven. Addiert man den Gesamtwert seiner Beute – tonnenweise Rotgussschrott, Kupferbleche- und drähte, Messingrohre- und stäbe, Aluminiumabfälle, Bronze etc. zusammen, kommen im Laufe seiner langjährigen Einsätze Beutemengen im Wert einiger hunderttausend Euro zusammen, fein aufgelistet in seinen Vorstrafenakten. Reich geworden sei er nicht. Er sei nur ein Handlanger gewesen, versicherte seine Anwältin, ohne Näheres aufzudecken.

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