Netzwerk an Integrationshilfen
Bild: Nienaber
Gezielte sprachliche Förderung erhalten zugewanderte Mädchen und Jungen an der Andreas-Wenneberschule in Rheda. Das Bild zeigt Lehrerin Inke Frey am Wenneber-Standort mit wissbegierigen Erst- und Zweitklässlern, die Deutsch als Zweitsprache lernen.
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Von 115 Kindern an der Wenneberschule haben 86 einen Migrationshintergrund und 45 sind Ausländer, berichtet Erika Langer. Den größten Anteil der genannten ausländischen „Wennebären“ machen Rumänen (16 Schüler), gefolgt von Mazedoniern (sechs) sowie Polen und Bulgaren (jeweils fünf) aus. Die Pädagogin hat im jüngsten Ausschuss für Soziales, Migration und Sport, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, die vielfältigen Facetten des Themas „Integration von Polen, Bulgaren und Rumänen“ auszuloten, Einblicke in Grundschularbeit vor Ort gegeben.

Sprachförderung zugezogener Kinder

„Insgesamt sind wir eine bunte, gemischte Gemeinschaft. Wie eine Familie“, sagte die Schulleiterin und betonte zugleich, wie wichtig es für das Erlernen der deutschen Sprache sei, dass nicht zu viele Mädchen und Jungen gleicher Nationalität zusammen seien. Sie begrüßte zugleich, dass das Kommunale Integrationszentrum Kreis Gütersloh inzwischen bei der Zuweisung neu zugezogener Kinder darauf achte, diese auf Grundschulen im gesamten Rheda-Wiedenbrücker Stadtgebiet zu verteilen und wünscht sich dies auch für die Zukunft. Denn die Schüler könnten nur voneinander lernen, wenn die Mischung passe. Sie verdeutlichte, wie vielfältig in der Bildungseinrichtung an sich, die sich wiederum in einem Netzwerk befinde, die Integrationsansätze seien. Lernende, die noch keine zwei Jahre in Deutschland leben, etwa besuchen Sprachförderkurse: Dies sind zurzeit 26 Schüler (14 Wenneber-, zwölf Andreas-Standort). Für diejenigen, die schon länger hier leben, gibt es zusätzlich im Schulalltag Deutschförderunterricht, der besonders dazu dient, sprachliche Kenntnisse für die jeweiligen Fächer zu vermitteln.

Zusammenarbeit mit multiprofessionellem Team

Eng werde mit dem multiprofessionellen Team zusammengearbeitet, das bereits vor der Schulanmeldung Familien besuche, Dolmetscher organisiere, ein Elterncafé an der Bildungseinrichtung zur Integration von Migranten anbiete und mit Lehrern kooperiere. Ein weiterer Integrationsbaustein sei die Schulsozialarbeit. Zum Beispiel könnten Mütter und Väter dadurch Beratung erfahren und an „runden Tischen“ Probleme thematisiert werden: Etwa, wenn es darum geht, dass Eltern nicht möchten, dass ihre Tochter am Schwimmunterricht mit Jungen teilnimmt. Wiederholt sei die Erfüllung der Schulpflicht ein Thema, berichtete Erika Langer davon, dass sie schon selbst ein Kind abgeholt habe, dessen Eltern wegen Nachtschicht verschlafen hätten.

Ungünstiges Lernumfeld

Von den Kindern ohne Deutschkenntnisse würden nur zwei nicht die Offene Ganztagsschule besuchen“, informierte Erika Langer, und betonte, dass sie froh sei, wenn Eltern von diesem Angebot Gebrauch machten. Denn die Bedingungen seien nicht immer lernfreundlich. Dies gelte etwa, wenn der Nachwuchs in einem Flüchtlingsheim leben müsste. „Zwei Zimmer, vier Leute und ein Fernseher im Schlafzimmer“, skizzierte sie wie es sein kann, dass ein Schüler übermüdet zum Unterricht kommt.

Stadt für sich entdecken

Innerhalb der OGGs gebe es zudem eine AG zur Sprachförderung, in der mit den Teilnehmern die Stadt besucht wird, so dass öffentliche Orte, die diese für sich nutzen können, wie etwa die Bibliothek oder die Flora-Westfalica-Park, kennen lernen. Viele Dinge, wie beispielsweise die Anschaffung bestimmter Schulmaterialien sei zudem nicht ohne ein weites Netzwerk, zu dem unter anderem der Bildungsfonds oder die Bürgerstiftung zählen, möglich.

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