Neubau am Wiedenbrücker Kirchplatz
Der Gewinner des Architektenwettbewerbs wurde in der St.-Aegidiuus-Kirche Wiedenbrück bekanntgegeben. Das Bild zeigt (v. l.) die Mitglieder des Preisgerichts Georg Effertz und Jürgen Algermissen (Mitglieder im Finanzausschuss des Pastoralverbunds), Pastoralverbundsleiter Reinhard Edeler und Preisträger Martin Uwe Balhorn vom erstplatzierten Architekturbüro. Bild: Werneke

Ohne es zu wissen, habe man ökumenisch agiert, scherzte Pfarrdechant Reinhard Edeler, als die Entscheidung des Preisgerichts vorgestellt wurde. Der Erstplatzierte war nämlich jüngst auch an der Umgestaltung der evangelischen Kreuzkirche in Wiedenbrück beteiligt.

Backsteinbau wird abgerissen

Der rote alte Backsteinbau, der früher das Dekanatsbüro beherbergte, wird zugunsten eines Verwaltungsneubaus abgerissen. Der weiße Putzbau am Kirchplatz 5 wird so saniert, dass dort zwei Priesterwohnungen Platz haben („Die Glocke“ berichtete). Pfarrdechant Edeler unterstrich, dass es sich „nach Limburg“ und mitten im Altstadtbereich um ein sensibles Projekt handle: „Da kann man ja nicht irgendeine Streichholzschachtel hinstellen.“ Besonderes Augenmerk hatte das Preisgericht auch darauf gelegt, dass der Platz gefasst wird, der Charakter der Gasse Himmelreich erhalten bleibt und sich das Ensemble in die bestehende Nachbarschaft einfügt.

Zwei giebelständige Gebäude entstehen

„Die Hauptperson auf der Bühne ist die Kirche“, unterstrich Architekt Martin Uwe Balhorn. Ihr gegenüber sollen nun zwei giebelständige Gebäude – Kirchplatz 4a und 4b – entstehen, die durch eine Glasfuge verbunden werden und dazu beitragen, dass der Platz klarer als bisher umrissen wird. In dem gläsernen Verbindungsstück wird Raum für das Treppenhaus und einen behindertengerechten Aufzug sein. Sechs Stellflächen werden hinter dem Haus eingerichtet.

„Positiv herauszustellen sind die großen Öffnungen in der Fassade und der hohe Glasanteil, wodurch eine einladende Geste zum Platz entsteht“, heißt es in der Urteilsbegründung des Preisgerichts hinsichtlich der Gestaltung. Der Jury ist bei der Realisierung des Neubaus eine „hohe Wertigkeit der Materialien“ wichtig, und sie wünscht, dass das Gebäude „in seinem Ausdruck nicht mit einem Wohnhaus zu verwechseln ist“. Die Pläne des Paderborner Architekturbüros sehen vor, dass das Mauerwerk mit weißem mineralischen Edelkratzputz versehen und die Satteldächer mit naturroten Hohlpfannen gedeckt werden. Eiche soll im Haupteingangsbereich – er befindet sich rechts in 4b – eingesetzt werden. Dort könnte etwa eine Holzverkleidung den Schriftzug „St. Aegidius“ tragen. Ebenfalls aus Eiche soll gemäß dem jetzigen Planungsstand die Tür sein, die sich dem Besucher für einen barrierefreien Zugang öffnet.

Blick auf den Kirchplatz

Mit dem Eintritt in das Verwaltungsgebäude gelangt der Besucher direkt zur zentralen Anlaufstelle, dem Kontaktbüro. Gleich rechts vom Eingang findet er Wartebereich und Garderobe vor. Von dort kann er seine Blicke auf den Kirchplatz schweifen lassen. Auch das Sekretariat wird in dem Komplex angesiedelt. Links herüber führt der Weg in den Bereich 4a. Ein Büro zur besonderen Verfügung könnte sich dort, so der Planvorschlag des Architekturbüros, befinden, zudem Archiv, Behinderten-WC und Nebenräume.

In den Obergeschossen sind zwei Dienstzimmer für die Pfarrer und ein Konferenzraum untergebracht (alle in 4b) sowie drei zum Kirchplatz ausgerichtete Büros für die Gemeindereferenten, ein Sozialraum mit Loggia für die Mitarbeiter und Nebenräume (in 4a). Die Loggia wird zum Jugendhaus ausgerichtet.

Abriss vermutlich im Herbst

Am Kirchplatz 5 wohnt schon heute der Geistliche. Diese Wohnung im Obergeschoss wird bestehen bleiben. Eine Dienstwohnung für einen zweiten Pfarrer soll im Untergeschoss entstehen. Pfarrdechant Reinhard Edeler erläuterte, dass im nächsten Schritt in Abstimmung dem mit Generalvikariat Paderborn und den weiteren beteiligten Gremien Vorplanungen erfolgen und Kosten ermittelt werden müssen. Ob man mit dem Vorhaben schon nächstes Jahr starten könne, vermochte er nicht zu sagen, doch er hoffe, dass mit dem Abriss im nächsten Herbst begonnen werden könne. Der Baumbestand auf dem Kirchplatz wird gemäß der vorgestellten Überlegungen erhalten bleiben. Die Pläne sind in der St.-Aegidius-Kirche ausgestellt.

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