Noch saubereres Trinkwasser als Ziel
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Medikamentenrückstände belasten auch in Rheda-Wiedenbrück zunehmend die Gewässer. Mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe wäre das Klärwerk an der Marienfelder Straße dazu in der Lage, diese Kleinstschadstoffe nahezu vollständig herauszufiltern.
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Diese könnte dann auch Mikroverunreinigungen und Spurenstoffe wie Arzneimittelrückstände und Röntgenkontraststoffe aus dem Wasser filtern. Die Konzentration dieser Kleinstschadstoffe nehme konstant zu und könne in einigen Jahren zu einem Problem werden, erläuterte Abwasserwerkleiter Wolf-Uwe Schneider in der Betriebsausschusssitzung am Donnerstagabend. Eine gesetzliche Verpflichtung zur Herausfilterung von Mikroverunreinigungen bestehe zwar noch nicht, doch es müsse davon ausgegangen werden, dass die EU-Richtlinie in absehbarer Zeit verschärft werde.

Weil die Aufrüstung bestehender Anlagen momentan noch auf freiwilliger Basis erfolge und das Land Nordrhein-Westfalen genauere Daten zur Wirksamkeit sammeln wolle, werde der Ausbau aktuell mit bis zu 70 Prozent gefördert. Einen Zuschussantrag habe die Stadt bereits vorsorglich gestellt. Schneider: „Denn niemand weiß, wie lange es die Fördermittel noch gibt.“

Mit 4,7 Millionen Euro Gesamtkosten für den Aufbau einer zusätzlichen Klärstufe, die mittels Ozonzugabe Medikamentenrückstände aus dem Schmutzwasser filtern kann, rechnet Schneider. Trotz der Landesmittel sei eine Gebührenerhöhung zur Refinanzierung jedoch unvermeidbar. Doch die Mehrkosten würden sich nach seiner Auffassung im Rahmen halten: „Bei einem Ansatz von 35 Kubikmetern Schmutzwasser pro Jahr und Einwohner fallen für die Eliminierung der Medikamentenrückstände aus dem Abwasser lediglich neun Euro zusätzlich an.“ Dagegen stünden durchschnittliche Medikamentenausgaben von 500 Euro pro Jahr und Einwohner.

„Wir alle wollen sauberes Trinkwasser ohne Arzneirückstände“, begrüßte Peter Rentrup (Grüne) den Vorstoß des Eigenbetriebs. „Hier greift aus unserer Sicht das Verursacherprinzip.“ Genaueren Aufschluss über die geplante Erweiterung der Kläranlage, die Kosten und die zu erwartende Steigerung der Reinigungsqualität verlangten hingegen CDU und SPD. „Eine Gebührensteigerung von bis zu zehn Prozent ist schon ein gehöriger Schluck aus der Pulle“, sagte Peter Berenbrinck (SPD). Einen Blankoscheck für die Umsetzung der Millionenmaßnahme wollte er ebenso wie Peter Heinz Woste (CDU) nicht ausstellen.

Bis zur nächsten Sitzung am 22. Mai soll die Verwaltung ihre Planungen konkretisieren. Auf dieser Grundlage wollen die Politiker dann entscheiden.

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