Oase der Ruhe im Kloster finden 
Bild: Grujic
Guardian Martin Lütticke und seine Mitbrüder wollen Menschen auf dem Weg zu sich selbst und zu Gott begleiten.
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 Dass die inhaltliche Neuausrichtung des Wiedenbrücker Franziskanerklosters mit der Einweihung des umgestalteten Marienplatzes zusammenfällt, sei allerdings ein Zufall.  Der 46-Jährige, der die Leitung des Wiedenbrücker Klosters erst im vergangenen November von seinem Vorgänger übernommen hat, spürt bei vielen Menschen die tiefe Sehnsucht nach Antworten auf elementare Glaubens- und Lebensfragen. Zugleich werde der Wunsch nach Zeiten der Ruhe und Stille in einem immer stressigeren Alltag zusehends größer. Diesen Entwicklungen wolle die Klostergemeinschaft mit ihrem ausgeweiteten Angebot Rechnung tragen.

Zur Ruhe kommen

 Bereits im April feierte der Kloster-Oasen-Tag Premiere. Elf Frauen nahmen an der Erstauflage teil, doch auch Männer seien gern gesehene Gäste. Das Innere der dicken Klostermauern als Ort der Stille und des Zur-Ruhe-Kommens – das ist das Hauptanliegen, das die Franziskaner mit dem Oasen-Tag verfolgen. Der Tag beginnt mit einer Eucharistiefeier um 9 Uhr, geistliche Impulse, Zeiten der Stille, Gelegenheiten für intensive Einzelgespräche sowie Mittagessen und Kaffeetrinken vervollständigen das Programm. Zum Abschluss können die Teilnehmer die Vorabendmesse besuchen.

Die monatlich stattfindenden Kloster-Oasen-Tage sind aber nur eine von drei Programmergänzungen. Jeweils dienstags und freitags bieten die Franziskanermönche Beicht-, Glaubens- und Lebensgespräche an. „Wir wollen den Menschen bei allen Fragen zum Leben und Glauben zur Verfügung stehen“, sagt Bruder Martin. „Dies kann im Rahmen eines klassischen Beichtgesprächs geschehen, muss es aber nicht.“ Jeweils dienstags von 15 bis 20 Uhr und freitags von 9.30 bis 12 Uhr steht ein Ordensmitglied im Beichtraum der Marienkirche (neben dem linken Seitenaltar) für Gespräche zur Verfügung. Eine Liste, wann welcher Bruder vor Ort ist, liegt in der Kirche aus.

Kaffeevormittag im Klostergarten

Das dritte neue Angebot ist der Kaffeevormittag im kürzlich unter Denkmalschutz gestellten Klostergarten. „Einmal im Monat, in der Regel am vierten Sonntag, laden wir alle Interessenten nach der Messe um 9 Uhr zu Kaffee und Begegnungen in unseren Klostergarten ein“, erläutert Guardian Martin Lütticke. Der Hausobere hofft, mit den zusätzlichen Angeboten Menschen aller Altersgruppen zu erreichen, „die im geistlichen Leben auf der Suche sind“. Menschen auf dem Weg zu sich selbst und zu Gott zu begleiten, sei schließlich auch ein wesentliches Anliegen des Ordensgründers Franziskus von Assisi gewesen.

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