Ostwestfälische Ekstase unter freiem Himmel
Bild: Wieneke
Gemütlich: Viele Besucher genossen auf dem Reckenberg unter freiem Himmel Blues und Soul.
Bild: Wieneke

An zwei Sommerabenden durften die Besucher bei freiem Eintritt Blues und Soul genießen. Den Auftakt am Freitag machte Tommy Schneller, 1969 in Ankum bei Osnabrück geboren. Sein unverwechselbarer Gesang, sein erdig-warmer Saxophon-Sound und sein Charme haben ihn zu einem beliebten Entertainer und gefragten Studiomusiker gemacht. Seine siebenköpfige Band zeichnen verschiedene Attribute aus: Kein Song wirkt überladen, und die Musik ist frisch und lebt von Tommys Stimme sowie seinem unverkennbaren Saxophon-Spiel. Ausgefeilte Arrangements prägen sowohl Songs aus der Feder des Bandleaders als auch Klassiker aus den Bereichen Blues, Funk, Soul und Pop. Beim groovigen, tanzbaren Blues-Soul der Tommy-Schneller-Band gibt es – selbst bei höchsten Temperaturen – für dauerwippende Füße der Zuhörer keine Pause.

Für Tommy Schneller ist es eine „Ehre und ein großes Glück“, ein enormes Potenzial an exzellenten Musikern um sich zu haben. Dass er so Spaß auf der Bühne hat, spürt das große Publikum auf dem historischen Reckenberg. Zugleich versteht es der Musiker, als Entertainer witzig und heiter Jung und Alt mitzunehmen. Er sucht die Nähe zu den Zuhörern: Wenn sie ihre Scheu nicht gleich überwinden können, verlässt er mit seinen Musikern locker aufspielend die Bühne und gibt beim Bad in der Menge wie beim „Blues for the Ladies“ den Damen charmant mit seinem Saxophon ein kleines Privatkonzert. Für den mit unermüdlichem Elan und musikalischen Ideen agierenden Organisator der bisher zwölf „Reckenberg-Festivals“, Filippo Speranza, „läuft bereits beim Soundcheck das Herz über und sorgt für Gänsehaut“. Zwei harte Hitzetage hat er mit gut 18 Mitstreitern aus seinem Familien- und Freundeskreis für dieses zwölfte Open-Air-Erlebnis „malocht“. Aus dem Nichts hat Speranza die Blues- und Soul-Veranstaltung mit Mut und hohem persönlichen Einsatz zu einem einmaligen Kulturereignis in Rheda-Wiedenbrück geformt.

13. Auflage schon im Blick

m Samstag, dem zweiten Open-Air-Tag, erlebt bei erneuter „Gluthitze“ und trotz vieler weiterer Veranstaltungen in der Doppelstadt und Umgebung eine erneut große Zahl an Musikfans einen unvergesslichen Soul-Abend. Bis nach Mitternacht bietet die „Soulfamily“den Zuhörern, die es sich kühle Getränke genießend an Tischen auf dem grünen Rasen gemütlich machen, eine heiße Partynacht. Professionalität, tanzbare Songs und Powerstimmen sind Kennzeichen der Formation, die nach 2013 ihr zweites musikalisches Stelldichein gaben. „Soulfamily“, das ist Musik mit Leidenschaft – „sehr heiß, schwarz und souverän“, lobt Andrew Strong, Sänger der legendären „Commitments“. Davon können sich auch die Gäste in Wiedenbrück überzeugen. Soulmann „Mr. Big Fat Mad Moose“ – „der dicke fette durchgeknallte Elch“, so der Name des Bandleaders nach einem tierischen Zusammenstoß in Schweden, bei dem er einen Elch von der Straße fegte – seine zehn Vollblutmusiker und drei Sängerinnen bilden eine eingeschworene Gemeinschaft, deren Repertoire von von Blues und Soul der 1960er-Jahre bis Funk-Soul der 70er- und 80er-Jahre reicht. Für das Fest geben viele Sponsoren dem drahtigen Musikfreund Speranza eine solide Finanzgrundlage. Bei ihm laufen schon die Fäden für die 13. Auflage heiß – das sogar bis in seine Heimat Italien

.

SOCIAL BOOKMARKS