Pappeln an der Ems hängen in den Seilen
Bild: Sudbrock
Mit solchen Metallheringen sind die Seile, die die jungen Pappeln an der Emspromenade zwischen Stadtholz und Fischerhütte am Horstwiesenweg stützen sollen, im Erdreich befestigt. „Kein Wunder, dass das nicht gehalten hat“, sagt Tischlermeister Hans-Dieter Lunghard.
Bild: Sudbrock

„Das ist doch rausgeschmissenes Geld“, sagt der Tischlermeister. Schon jetzt zeichne sich ab, dass die jungen Bäume so dicht am Flussufer einen im wahrsten Wortsinn schweren Stand haben. Hans-Dieter Lunghard hat nachgemessen und festgestellt, dass manche der zwölf Pappeln nicht einmal 40 Zentimeter vom Emsufer entfernt in die Erde gesetzt worden sind. „Das ist viel zu knapp“, sagt Lunghard und fragt: „Wie sollen sie unter diesen Bedingungen jemals zu stattlichen Bäumen heranwachsen, denen nichts und niemand etwas anhaben kann?“ Schon ein leicht erhöhter Wasserstand der nahen Ems könnte die Pappeln in eine missliche Situation bringen, ist sich der Wiedenbrücker sicher.

„Bäume wachsen schief“

Dass der Standort nicht ideal sei, zeige sich bereits jetzt. „Die Bäume wachsen schief in die Höhe, sie haben eine deutliche Schlagseite in Richtung Ems“, hat Lunghard bei seinen täglichen Radtouren durchs Stadtholz beobachtet. Aus Sicht des Tischlermeisters ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis die ersten Pappeln in den Fluss stürzen.

Aus der Verankerung gerissen

Dass die Bäume Schützenhilfe benötigen, hat man inzwischen auch in der Grünflächen-Abteilung im Rhedaer Rathaus erkannt. Vor wenigen Tagen haben Mitarbeiter des kommunalen Bauhofs die Stämme mit Metallseilen stabilisiert. „Allerdings haben Vandalen einige der Seile, die nur mit einfachen Heringen in der Erde befestigt sind, gleich wieder aus der Verankerung gerissen“, berichtet Hans-Dieter Lunghard. Er kritisiert, dass beim Anbringen der Seile Bauhoffahrzeuge mit breiten Reifen und weitem Radstand zum Einsatz kamen. „Das hatte zur Folge, dass die Uferzone, in der die Bäume stehen, weiter in Richtung Ems abgesackt ist.“

Schäden werden behoben

Rathaussprecherin Maximiliane Plöger bestätigte, dass die Bäume im vergangenen Jahr von der Gärtnerei des Bauhofs im Auftrag der Fachabteilung Grünflächen und Bäder entlang der Ems in Höhe des Stadtholzes gepflanzt worden seien. Ziel sei es, dass die Pappeln kräftige Wurzeln schlagen und sich auf diese Weise selbst in der Uferzone halten können. Die Anbringung der Seile als „Stützpfeiler“ sei nur eine begleitende und zeitlich befristete Maßnahme. Maximiliane Plöger kündigte an, dass die Vandalismusschäden zeitnah behoben werden sollen.

Dass Bäume an Stellen gepflanzt werden, die offenkundig nicht dafür geeignet sind, hat Hans-Dieter Lunghard, der am Ostring in Wiedenbrück direkt neben dem Hallenbad eine Tischlerei betreibt, schon wiederholt kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen. „Vor einigen Jahren wurden direkt vor meiner Haustür auf den schmalen Grünstreifen zwischen Fahrbahn und Gehweg zusätzliche Bäume gepflanzt, obwohl dort in vergleichsweise dichtem Abstand schon Birken stehen“, erinnert sich der 76-Jährige. „Nach kurzer Zeit ließ die Stadt die neugepflanzten Bäume dann wieder entfernen.“

„Unkoordiniert und wenig zielführend“

Unkoordiniert und wenig zielführend sei dieses Vorgehen, sagt Lunghard. Die Vermutung, dass in Sachen Baumanpflanzungen auf öffentlichen Flächen bei der Stadt die rechte Hand nicht weiß, was die linke tut, will Rathaussprecherin Maximiliane Plöger so nicht stehen lassen. Die Tiefbau-Abteilung Grünflächen und Bäder sei für die Bäume im öffentlichen Raum zuständig. Ein Mitarbeiter kümmere sich um Neu- und Ausgleichsanpflanzungen, der andere um die Pflege des Bestands. „Ausführendes Organ“ wiederum sei die Gärtnerei des Bauhofs.

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