Pflegezustand lässt zu wünschen übrig
Bild: Sudbrock
Wildwuchs am Wegesrand erschwert nicht nur Hund Max das Vorankommen entlang der Ems in Rheda, auch Fußgänger und Radfahrer sind betroffen. Dass Teile der Grünflächen nicht ordentlich gemäht werden, ärgert UWG-Ratsmitglied Dirk Kamin. Er schlägt deshalb vor, den Pflegestandard zu erhöhen. Gelingen soll dies durch den Einbezug der Flächen in den Flora-Westfalica-Park.
Bild: Sudbrock

Zugewucherte Böschungen und Wanderwege, an denen seitlich das Unkraut sprießt, so dass ein zügiges Vorankommen nur sehr eingeschränkt möglich ist: Das sind zwei der Schwachstellen, die Dirk Kamin entlang der Ems zwischen dem Rhedaer Freibad und der Bahnbrücke ausgemacht hat. „In Wiedenbrück würde es das in dieser Form nicht geben“, ist sich der Vertreter der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) sicher. Er beklagt „deutlich sichtbare Unterschiede zwischen den Pflegestandards in beiden Stadtteilen“. Mehr noch: Auch die Ausstattung mit Laternen, Sitzgelegenheiten und Mülleimern rund ums Emsufer in Rheda lasse zu wünschen übrig, sagt der Ratsherr. „Hier liegt einiges im Argen“, betont Kamin und verweist auf „rostige oder völlig verdreckte Laternenmasten“, die den Gesamteindruck nicht unbedingt positiv beeinflussten.

„Wie in tiefsten DDR-Zeiten“

Vor allem die Bahnbrücke und deren näheres Umfeld sind dem passionierten Spaziergänger und Radfahrer ein Dorn im Auge: Insbesondere der Unterbau des Brückenbauwerks sei nicht schön anzusehen. „Die verschmutzten, grauen Seitenwände erinnern an tiefste DDR-Zeiten“, sagt das Ratsmitglied. Das sei ärgerlich: Schließlich würden die Wege, die seitlich an der Ems unter der Brücke entlangführen, täglich von mehreren hundert Fußgängern und Fahrradfahrern genutzt. „Auch von vielen auswärtigen Besuchern“, wie Kamin betont.

Und noch etwas wurmt den Unabhängigen Wähler mit Blick auf die Eisenbahnbrücke in Rheda: Unterhalb der Überführung liegen nicht nur Dutzende dicke Steine im Wasser, sondern auch zahlreiche Betonelemente. Die seien bei Renovierungs- und Ausbesserungsarbeiten heruntergefallen und dann einfach dort liegengeblieben. „Das trägt weder zur Verbesserung der Gesamtsituation bei, noch kann es im Sinne des Umweltschutzes sein“, kritisiert der Ratsherr.

Hintergrund

Das sagt die Stadt zur Kritik Dirk Kamins: „Selbstverständlich gibt es keine unterschiedlichen Pflegestandards bei den Grünflächen in den Stadtteilen. Öffentliche Wege werden in allen Stadtteilen gleichermaßen gepflegt. Durch die zurzeit verstärkten Einsätze im Forst und bei der Bewässerung von Grünflächen kann es vereinzelt zu Verschiebungen in den Pflegeintervallen kommen. Heruntergefallene Betonplatten unter der Eisenbahnbrücke sind der Stadt bisher noch nicht gemeldet worden. Die Tiefbauabteilung wird den Bereich in Augenschein nehmen. Grundsätzlich liegt die Verantwortung sowohl für die Brücke als auch für die Flächen darunter bei der Deutschen Bahn.“

Optimierungsbedürftig ist nach Ansicht Kamins rund um die Ems in Rheda auch die Beschilderung. Er hat einen Wegweiser entdeckt, auf dem gleich zweimal in Richtung Wiedenbrück verwiesen wird, der Ortsname Rheda aber nicht einmal genannt wird. Stattdessen stehe dort schlicht „Stadtkern“. „Das ist nicht gerade die beste Werbung, die man sich wünschen kann“, bedauert Kamin.

Alle Versuche verlaufen ins Leere

Dirk Kamin hat nach eigenem Bekunden in den vergangenen Jahren mehrfach Versuche unternommen, die Missstände rund um die Ems zwischen Werl und Eisenbahnbrücke abzustellen – bislang mit eher mäßigem Erfolg. Stadtverwaltung und Deutsche Bahn reagierten wenn überhaupt nur sehr zögerlich, resümiert der Rhedaer Ratsherr.

„Eine gravierende Besserung ist meines Erachtens nach nicht in Sicht“, bedauert Kamin. Deshalb will der Rentner und Lokalpolitiker jetzt selbst die Initiative ergreifen: Er schlägt vor, dass das Gelände des Rheda-Wiedenbrücker Flora-Westfalica-Parks um die entsprechende Partie entlang der Ems erweitert wird. „Das würde automatisch zu einer Aufwertung des Areals durch eine bessere Pflege und Gestaltung führen“, sagt Kamin. Schließlich sei die Flora für vergleichsweise hohe Standards auf ihrem Areal bekannt.

Vergrößerung des Flora-Parks gefordert

Abgesehen von dem Emsradweg zwischen Rhedaer Freibad und Bahnbrücke will Kamin auch den Grüngürtel an der Parkstraße/Ecke Hofwiese sowie den Fichtenbusch inklusive des Ehrenmals in den Flora-Park einbezogen wissen. „Die UWG vertritt die Auffassung, dass diese exponierten Flächen besser beworben und instandgehalten werden müssen, als dies bislang der Fall ist.“

Völlig neu ist der Antrag der Wählergemeinschaft nicht. Sie hatte ihn bereits vor mehr als fünf Jahren erstmals gestellt. Damals wurde der Vorstoß an den Aufsichtsrat der kommunalen Flora-Westfalica-GmbH verwiesen – jedoch ergebnislos, wie Dirk Kamin sagt. „Eine Beratung und geschweige denn Beschlüsse dazu sind mir nicht bekannt und wohl auch nicht erfolgt“, bemängelt er.

Über den neuerlichen Antrag der Unabhängigen Wählergemeinschaft soll nun der Stadtrat diskutieren. „Ich hoffe auf die Unterstützung der übrigen Mitglieder im Rat“, sagt Kamin. Denn für den einzigen Vertreter der UWG im Stadtparlament ist klar: Im Alleingang kann er sein Vorhaben zur Ausweitung des Flora-Westfalica-Geländes nicht durchsetzen.

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