Presbyter stellen sich der Kritik
Die bevorstehende Schließung des Schnitkerhauses war Thema einer Gemeindeversammlung in der Stadtkirche Rheda.

„Wir haben die einmal jährlich stattfindende Versammlung aus aktuellem Anlass vorgezogen“, erklärte Presbyteriumsvorsitzender Pfarrer Marco Beuermann zu Beginn.

Die Mitglieder des Presbyteriums sowie Beuermann und sein Stellvertreter Pfarrer Michael Hayungs standen den Gemeindemitgliedern Rede und Antwort. Vor allem ging es bei den Nachfragen aus Reihen der Gläubigen um die beschlossene Schließung des Schnitkerhauses. Um eine Basis für die anschließende Diskussion zu haben, stellte Presbyter Christoph Riegel die finanzielle Lage der Versöhnungs-Kirchengemeinde vor. Er zeigte auf, dass in den kommenden Jahren enorme Mindereinnahmen auf die Gemeinde zukommen. So fallen bis zum Jahr 2014 mehr als 150.000 Euro an Kirchensteuereinnahmen weg. Zudem werden die Zinsen für das angelegte Geld der Kirchengemeinde sinken.

Langfristig Kosten senken

„Deshalb müssen wir langfristig planen“, erklärte Marco Beuermann. „Wir sparen aber nicht nur bei der Jugendarbeit, sondern auch in allen anderen Bereichen“, unterstrich Michael Hayungs. „Es wurden alle Ausgabenpositionen überdacht.“ Die Gemeindemitglieder bemängelten in ihren Wortmeldungen vor allem die „fehlende Kommunikation“ zwischen den Ehrenamtlichen und dem Presbyterium sowie die Bekanntgabe der Schließung des Schnitkerhauses, ohne zugleich ein neues Konzept für die Jugendarbeit vorzulegen.

Neues Konzept für die gemeindliche Jugendarbeit

„Ein Konzept für die gemeindliche Jugendarbeit ist in Arbeit und soll Ende Mai allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiten der Versöhnungskirchengemeinde vorgelegt werden“, konterte Hayungs, der zugleich auch Vorsitzender des Jugendausschusses ist. Zudem solle es einen „Werkstatttag“ geben, an dem Vorschläge und Konzepte für die Jugendarbeit gesammelt werden. So sei in Zukunft zum Beispiel ein gemeinsames Lager aller Konfirmanden denkbar.

Zukunft des Schnitkerhaus-Gebäudes ungewiss

Was mit dem Schnitkerhaus an der Berliner Straße passiert, ist nach Angaben von Beuermann noch nicht entschieden. „Fest steht nur, dass es räumliche Ersatzlösungen, etwa durch einen Anbau an das Gemeindehaus, geben muss“, sagte Pfarrer Hayungs. Die Kirchengemeinde versuche darüber hinaus, Schnitkerhaus-Leiter Sven Jacobsen eine andere Stelle als Ersatz anzubieten.

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