Prinz heuert bei den „Landeiern“ an
Bild: Dresmann
Party-Prinz: Peter I. Lange rockte mit den „Landeiern“. Die integrierten das Narrenoberhaupt gerne in die Show, wie hier Sänger Andi (l.).
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Bei der 37. Sitzung der KG „Helü“ wurde in den Reihen geschunkelt oder auf den Stühlen (meist alleine) und im Mittelgang (mindestens zu zweit) getanzt. Vortänzer des Abends war ohne Zweifel das närrische Oberhaupt der Doppelstadt, Prinz Peter I. Lange. Als die mittlerweile fast schon zum Inventar gehöhrenden „Landeier“ die Bühne samt Saal rockten, war Prinz Peter nicht mehr weit. Zusammen mit Sänger und Gitarrist Andi wirbelte er über die Bühnenbretter, zeigte sich textsicher und wusste sein Narrenvolk bei Laune zu halten.

Spanisches Temperament

Bestens aufgelegt präsentierten sich auch die „Helü“-Präsidenten Uli Kremmelbein und Thomas Huneke. Sie nahmen das Publikum mit auf eine Weltreise. Nicht fehlen durften im Gepäck die Garden und Tanzformationen der Wiedenbrücker Karnevalsgesellschaft. Während die Minigarde sowohl einen Show- als auch einen Gardetanz auf die Reethusbühne brachte, hatte sich die Jugendgarde ganz auf ihren Showtanz konzentriert. Mit Fächern in der Hand und in spanische Gewänder gehüllt, zogen die Akteurinnen die Blicke des Publikums auf sich. Eine Augenweide war auch die Damengarde. In ihren neuen Uniformen zeigten die jungen Frauen einen Gardetanz der Extraklasse. Vorneweg brillierten die Solomariechen Jaqueline Manche und Theresa Roggenkamp, die zur Filmmusik von „Fluch der Karibik“ Körperbeherrschung und Beweglichkeit in Reinform präsentierten.

Reise in das Reich der Mitte

In das Reich der Mitte entführten die „Emsmatrosen“ die Zuschauer. Zu den Liedern „Lotusblume“ und „Immer freundlich vergnügt“ von den „Höhnern“ und dem mittlerweile zum Kulthit aufgestiegenen „Gangnam Style“ von Rapper „Psy“ lieferten sie eine astreine Performance ab und überzeugten durch humorreiche tänzerische Einlagen.

Partystimmung total

Die ultimative Partystimmung hatte die Musikgruppe „Kärnseife“ aus Köln, einer weiteren Station auf der „Helü“-Weltreise, im Gepäck. Sowohl mit ihren eigenen Hits als auch mit typisch kölschen Tönen brachte die Formation die Stimmung auf den Siedepunkt.

Kalauer am laufenden Band

Doch auch die Wortbeiträge des Abends hatten es in sich. Manfred-Martin Nutsch-Mai alias „Manni, der Rocker“ alias der lebende Flachwitz in Jeans und Jackett haute dem Publikum die Kalauer nur so um die Ohren.

Till Eulenspiegel
Kostprobe: „Der Unterschied zwischen einem Polizeiauto und einem Staubsauger? In den Staubsauger passt nur ein Dreckssack.“ Noch einer? Kein Problem! „Die Jugend verblödet: 50 Prozent der Jugendlichen kriegen keine Lehrstelle. 50 Prozent, das ist immerhin jeder fünfte.“

Lokalkolorit dank Till Eulenspiegel

Für den leider einzigen Büttenbeitrag mit Lokalkolorit sorgte Till Eulenspiegel. Willi Baumhus berichtete in seiner Paraderolle von dem, was im vorigen Jahr passiert ist in Stadt und Land. In Rheda gehe die Angst um, dass man bald von allen Seiten ins Fleischwerk sehen könne. Auch über die neu zu gründenden Stadtwerke war Till Eulenspiegel bestens informiert. Er schlug der Stadt vor, im Rathaus an jeden Schreibtisch einfach pedalbetriebene Dynamos zur Stromherstellung anzubauen.

„Wünsch’ dir was“ mit Peter Bremhorst

Und gleich noch einen Tipp hatte er für Theo Mettenborg parat: Was aus den 8,6 Millionen Euro Haushaltsüberschuss wird, sollten die Bürger selbst entscheiden können. Per E-Mail sollte jeder seine Vorstellungen einreichen. Die Mail-Adresse lautet: wünsch-dir-was-hotline@peter-bremhorst.de. Neue Turnhallen, vorgezogener Stadthallenneubau – Till Eulenspiegel hatte gleich mehrere einige Vorschläge parat, was man mit dem Geld machen könnte. Und auch die Nachnutzung für das Rhedaer Krankenhaus gab ihm keine Rätsel mehr auf: Ein Tönnies-Wellnesszentrum „inklusive Arzt und Ambulanz, der Rest wird genutzt für Massage und Tanz“.

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