„Pro Gesamtschule“ meldet sich zu Wort
Sie bleiben am Ball: Die Initiative „Pro Gesamtschule“ um (v. l.) Claudia Schneider, Michaela Koroch und Brigitte Frisch-Linnhoff hat sich mit einem offenen Brief zu Wort gemeldet.

Mit einem offenen Brief hat sich die Initiative in der Debatte um die Schullandschaft in Rheda-Wiedenbrück wieder zu Wort gemeldet. Die Diskussion um eine mögliche Gesamtschule hat durch die Rücktritte der Vorsitzenden der Stadtschulpflegschaft Waltraud Gehlhaar und deren Stellvertreters Peter Kalthoff („Die Glocke“ berichtete) an Würze gewonnen. „Das Thema wird gerade viel zu sehr emotionalisiert“, sagt Brigitte Frisch-Linnhoff. Bei allem Verständnis für die Ängste der Eltern und Leitungen der weiterführenden Schulen in Rheda-Wiedenbrück bleibt die Elterninitiative in ihrem Anliegen hartnäckig.

„Stimmen nicht zu, dass derzeitiges System funktioniert“

„Wir stimmen nicht zu, wenn es immer heißt, dass das derzeitige System der Schullandschaft funktioniert“, erklärt Frisch-Linnhoff weiter und untermauert ihr Statement mit den Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr: „Es gibt 93 Schüler aus der Stadt, die auf die Gütersloher Gesamtschule wollen, davon wurden aber nur 63 angenommen. An den beiden Hauptschulen gibt es insgesamt nur gut 60 neue Anmeldungen.“ Das klingt wie eine deftige Verbal-Attacke in Richtung der Hauptschulen in der Stadt, soll es aber gar nicht sein. „Wenn jetzt alles so weiterläuft, werden die Schulen irgendwann einfach zusammengelegt – ohne Konzept“, sagt Michaela Koroch. Claudia Schneider nickt zustimmend und Brigitte Frisch-Linnhoff fügt hinzu: „Es geht uns nicht darum, dass sich die Schullandschaft großartig verändert, sondern dass sie sich weiterentwickelt.“

Initiative setzt Hoffnungen in Befragung der Eltern

Große Hoffnungen setzt die Initiative „Pro Gesamtschule“ auf die Befragung der Eltern zur Zukunft der Schullandschaft, die nach einem Beschluss des Schulausschusses möglichst zeitnah, vermutlich im Herbst, erfolgen soll. Im Vergleich zu einer Sekundar- oder Verbundschule glauben die Befürworter der Gesamtschule einen Vorsprung zu haben: „Das ist eine Schulform, die es seit 40 Jahren gibt. Es ist ein Vorteil, dass sich die Gesamtschule schon etabliert hat“, erläutert Michaela Koroch. So oder so, eines ist klar: „Das nächste Jahr wird auf jeden Fall spannend“, sagt Brigitte Frisch-Linnhoff und lächelt. Es ist ein zuversichtliches Lächeln.

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