Profis von Morgen beim Kindergarten-Cup
Bild: Kürpick
Am Ende entschied der Burgkindergarten den Wettbewerb für sich.
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Das Endspiel macht die fünfte Auflage des Kindergarten-Cups auf dem Platz des VfL Rheda zu einem neuerlichen Rekorderfolg. 14 Teams spielen am Samstag in Rheda um Medaillen und Pokale – so viele wie noch nie. „Seit wir vor fünf Jahren das Turnier erstmals ausgerichtet haben, bekommen wir schon im November Anfragen von den Kindergärten, wann der nächste Cup startet. Das ist für alle Pflicht“, berichtet David Steinkuhl, Vorsitzender und Organisator des VfL Rheda.

Es geht um die Freude am Sport

Trotz der langen Vorlaufzeit geht es bei den frühen Anfragen nicht – wie aktuell bei den großen Turnieren der Frauennationalmannschaft und der U21 – um eine lange Vorbereitung, sondern um die Vorfreude. „Die Kinder wollen einfach Tore schießen. Hier gibt es keine Tränen. Es ist immer eine schöne Erinnerung, wenn die älteren Kinder und die Trainer ihren Spielern sagen, auf welches Tor sie schießen müssen“, sagt Steinkuhl. „Schießt hinten den Ball weg, und vorn einfach drauf“, heißt dementsprechend die grobe Taktikanweisung, die beim Spiel der Clemens-Kicker gegen die Klawitter-Kicker von den Junior-Fans ausgegeben wird.

Mancher Überflieger dabei

Während der Ball manches Mal gegen den Pfosten klatscht und den Zuschauern ein Raunen entlockt, erzählt Vereinsmitglied Werner Schmitt, was ihn am Kiga-Cup begeistert: „Es ist schon sagenhaft, was die Kinder hier leisten. Bei einigen erkennt man schon die Technik, sogar manchen Überflieger.“ „Es gibt schon Unterschiede zwischen Vereinsspielern und denen, die vielleicht mal mit Freunden kicken“, sagt auch David Steinkuhl. Und doch wird es am Ende ein vereinsloser Spieler sein, der den finalen Unterschied macht.

Bestes Trikot ausgezeichnet

Unterdessen werden nach der Gruppenphase die ausgeschiedenen Teams mit Medaillen geehrt – und sogar schon ein erster Pokal vergeben. Die Spieler des St.-Marien-Kindergartens werden am Samstag für die beste Trikotgestaltung geehrt – ein Preis, der ein weiterer Beweis dafür ist, dass es beim „Kiga-Cup“ in erster Linie um den Spaß geht. „Wir haben uns gesteigert: 0:8, 0:6, 0:5. Wenn man die Gruppentabelle umdreht, waren wir auch die Besten“, schmunzelt Daniel Illiges, während Trainer Tobias Bremke genauso positiv bemerkt: „Wir hatten viel Spaß, und dieser Ehrenpreis ist genauso schön wie Gewinnen.“

Geheimtipp vom Burgweg

Die Spieler des Burgkindergartens mausern sich an diesem Nachmittag vom Neuling zum Geheimtipp und Titelaspiranten. Sie bezwingen im Stadtteilduell des Halbfinals die Emsseekicker. Als Belohnung dürfen sie, angeführt von der stellvertretenden Bürgermeisterin Brigitte Frisch-Linnhoff und Turnierorganisator David Steinkuhl, wie die Profis auf das Spielfeld einlaufen.

Gefährliche Bälle

Das Finale gestaltet sich spannend. Dilwan Aylan erzielt die Führung für den Burgkindergarten, die jedoch bald von den Kickern der Kita Sonnenschein egalisiert wird. Nach zehn Minuten Spielzeit und dreiminütiger Verlängerung lässt sich noch immer kein Sieger finden – es kommt zum Neunmeterschießen, ein Nervenspiel, das Torwart Phil Strüber vom Burgkindergarten gut bewältigt. „Ich mach’ den Adler“, nimmt er sich vor, und hält – genauso gut wie sein Vorbild vom Hamburger SV – zwei gefährliche Bälle. Sein Teamkollege Dilwan verwandelt den entscheidenden Schuss und holt somit den Cup erstmals an den Burgweg. „Wir haben einige Spieler, die beim SC Wiedenbrück oder Rot-Weiss St. Vit spielen, aber Dilwan ist vereinslos“, stellt Trainer Markus Plugge erstaunt fest.

Neue Mannschaft aufbauen

Der erste Platz vor der Kindertagesstätte Sonnenschein und den Emsseekickern beschert den glücklichen Gewinnern einen Zoobesuch in Osnabrück, und einen Pokal, der der echten Weltmeistertrophäe täuschend ähnlich sieht. Für das nächste Jahr sieht Plugge allerdings Bedarf für einen personellen Umbruch: „Dilwan und Phil gehen nach dem Sommer in die Schule, da müssen wir eine neue Mannschaft aufbauen.“

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