Projekt Emstreppe wird neu aufgerollt
Karikatur: HSB-Cartoon/Heinrich Schwarze-Blanke
Da freut sich der Bürgermeister: „Gratulation, Herr Pfeffer! Die Idee, dass die Politiker die Emstreppe selbst zusammenbauen, spart uns bares Geld. Jetzt bleiben wir auf jeden Fall im festgesetzten Kostenrahmen.“
Karikatur: HSB-Cartoon/Heinrich Schwarze-Blanke

Außerdem wurde entschieden, an dem bisherigen Haushaltsansatz festzuhalten. Der hatte bei 152 000 Euro reinen Baukosten zuzüglich 25 000 Euro Ausgleich- und Ersatzkosten, also insgesamt 177 000 Euro, gelegen. Nachdem für die bereits abgespeckte Variante ohne zusätzlichen Emsbalkon und mit geradem statt schrägem Treppenverlauf immer noch die Kosten mit 290 000 Euro aus dem Ruder zu laufen drohten, muss jetzt umgedacht werden, damit das Vorhaben nicht strandet.

 Das bedeutet auch, dass die Verwaltung, wie Peter Berenbrinck (SPD) bei der Formulierung des zur Abstimmung gestellten Beschlusses betonte, „eine veränderte Planung – möglichst mit einer veränderten Konstruktion – vorzulegen“ habe.

Gestalterische Qualität

Die Verwaltung will sich nun an die Arbeit machen. „Ziel war und ist eine Emstreppe in der aktuell geplanten gestalterischen Qualität. Ob das gelingt, kann man derzeit nicht sagen und auch nichts zu Kosten und Terminen“, informierte der Technische Beigeordnete Stephan Pfeffer in einer Stellungnahme. Dies hänge von einer dann neuen Beschlusslage und der Art der Ausführung ab. Die Bauverwaltung habe einen neuen Auftrag, müsse umplanen und das erfordere Zeit.

Mit zeitlichen Prognosen weiter vor wagte sich der CDU-Fraktionsvorsitzende Uwe Henkenjohann. Frühestens im Sommer 2020 hält er die Emstreppe für realistisch, denn er glaube, dass die Verwaltung ihre Aufgabe nicht schneller werde bewältigen können, sagte er gegenüber der „Glocke“. „Ich sehe, dass Chora Blau nicht die fachliche Kompetenz mitbringt, um dieses Projekt durchzuführen und dass die Verwaltung das nicht erkannt hat“, fügte er hinzu. Unzufriedenheit mit dem beauftragten Büro hatte er auch im öffentlichen Teil der Ausschusssitzung zum Ausdruck gebracht. Zudem hätte dem Vorhaben mehr Gewicht beigemessen werden müssen. Die Verwaltung habe den Fokus nicht so auf das Bauprojekt gerichtet, wie die CDU sich dies gewünscht hätte, denn sowohl in der Bürgerschaft als auch der Politik genieße es hohe Priorität.

„Überhitzter Markt“ als Kostentreiber

Wir sind nicht bereit, derartig hohen Investitionen zuzustimmen. Die Verwaltung muss neue konstruktive Vorschläge vorlegen“, sagte der sachkundige Bürger Heinrich Splietker (FPD) im öffentlichen Teil der Ausschusssitzung, dem eine nicht öffentliche vergaberechtliche Erörterung vorangegangen war. „Die Anforderungen des Sonderbauwerks machten ein wirtschaftliches Angebot für die Firmen sicherlich nicht einfach“, bewertete Stephan Pfeffer rückblickend Kosten, die weit über die Planungen hinauszureichen drohten. Gemeinsam mit dem beauftragten Fachbüro sei die Verwaltung „völlig einer Meinung, dass wir es mit in der Höhe nicht zu erwartenden Angebotspreisen zu tun haben“. Dies liege nicht an der Verwaltung, „sondern an dem überhitzten Markt und einer Baukonjunktur, die läuft wie seit Jahren nicht mehr“. Mit der Ausschreibung ist der aktuelle Auftrag des bisher eingebundenen Planungsbüros ausgelaufen und der Vertrag beendet. Nun bleibt abzuwarten, wie und wann das Bauwerk am Emsstrand doch noch verwirklicht werden kann.

SOCIAL BOOKMARKS