„Retten, was zu retten ist“
In einem Schaukasten neben dem Eingang hängen Plakate, die auf das vielfältige Angebot des Schnitkerhauses hinweisen. Ende Dezember wird das Rhedaer Jugendhaus geschlossen.

„Retten, was zu retten ist“: Mit der Zielsetzung, die Andreas Hahn (Bündnis 90/Die Grünen) vorgab, konnten sich alle Ausschussmitglieder identifizieren. Viele gewachsene Strukturen der offenen Jugendarbeit im Schnitkerhaus seien erhaltenswert, sagte Hahn.

„Wir werden das Schnitkerhaus nicht retten können“

Ausschussvorsitzender Dirk Kursim (SPD) sah es genauso: „Wir werden das Schnitkerhaus nicht retten, aber zumindest einen Teil der dort geleisteten Arbeit fortführen können.“ Seine Fraktionskollegin Barbara Völzke-Weidlich fände es „schade, wenn uns die etwa 30 ehrenamtlichen Mitarbeiter des Schnitkerhauses von der Fahne gingen“.

Verwaltung erarbeitet Konzept

Sachkundiger Bürger Günter Göpfert (CDU) unterbreitete einen Kompromissvorschlag, der während der Ausschusssitzung am Montagabend auf breite Zustimmung stieß: Die Stadtverwaltung wurde von den Politikern beauftragt, bis zum 30. Juni eine Interimslösung zu entwickeln. Dadurch soll gewährleistet werden, dass zumindest im Jahr 2012 ein Großteil der offenen Jugendarbeit des Schnitkerhauses aufrecht erhalten werden kann.

Jugendamt startet am 1. Januar

Rechtsdezernent Eberhard Greufe hätte es begrüßt, wenn die Evangelische Versöhnungs-Kirchengemeinde Rheda-Wiedenbrück den Betrieb ihres Jugendhauses an der Berliner Straße zumindest noch bis Ende 2012 fortgeführt hätte. „Dann hätten wir mehr Zeit gehabt, um ein endgültiges Nachfolgekonzept zu erarbeiten.“ Die Schnitkerhaus-Schließung zum 31. Dezember dieses Jahres falle mit der Gründung eines städtischen Jugendamts zum 1. Januar 2012 zusammen. Die neue Behörde brauche Zeit, um ein Konzept für die Jugendarbeit zu entwickeln.

„Trägerwechsel erschwert die Situation“

„Der Trägerwechsel beim Jugendamt macht die Situation wahrlich nicht einfacher“, befand Barbara Völzke-Weidlich. „Das Kreisjugendamt kann nicht mehr entscheiden, das städtische Jugendamt noch nicht“, brachte Volker Brüggenjürgen (Grüne) das Problem auf den Punkt. Bis Jahresfrist könne allenfalls eine Zwischenlösung für 2012 erarbeitet werden. Über die Zeit danach müsse sich das neue Jugendamt Gedanken machen.

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