Ringstraße bleibt noch lange eine Baustelle
Bild: Wassum
Noch bis Dezember wird am ersten Abschnitt der Ringstraßenerneuerung gearbeitet.
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„Flüsterasphalt“ ist die letzte 2,5 Zentimeter dicke Deckschicht, die allerdings erst bei wärmeren Temparaturen im kommenden Frühjahr aufgetragen werden kann, wie der städtische Tiefbau-Abteilungsleiter Michael Duhme erläuterte.

Erst einmal sind die Kanalbauer bei der Arbeit. 30 bis 50 Jahre alt sind die Mischwasserbetonrohre in der Erde. Und sie weisen Undichtigkeiten auf, erklären Wolf-Uwe Schneider und Stefan Sudbrock vom städtischen Eigenbetriebs Abwasser, warum eine Spezialfirma zurzeit dabei ist, die Leitungen (ein Meter Durchmesser) zwischen Oelder und Fürst-Bentheim-Straße auf knapp 200 Meter Länge im sogenannten „Inliner-Verfahren“ zu sanieren. Am 1. Juni sollen diese Arbeiten abgeschlossen und die privaten Abwasserrohre wieder ans öffentliche Kanalnetz angeschlossen sein. Bis dahin wird das Schmutzwasser in eigens angelegten Auffangbehältern gesammelt, abgepumpt und weggefahren.

Der Eigenbetrieb Abwasser hat bei dieser Gelegenheit alle Anlieger darüber informiert, dass es im Zuge der Straßenarbeiten kostengünstig möglich ist, die gesetzlich vorgeschriebene Dichtheitsprüfung an der eigenen Abwasseranlage vornehmen zu lassen. Mehr als die Hälfte hätten sich daraufhin auch bereits gemeldet, ist Abwasserbetriebsleiter Schneider mit der Resonanz zufrieden. Mitten auf der Kreuzung Ring-/Oelder Straße, aber zwei Meter unter der Oberfläche kreuzen auch die Abwasserkanäle. In einem neu in die Erde gesetzten Schachtbauwerk trifft die Schmutzfracht zusammen, um über eine 1,20 Meter Durchmesser große Betonröhre weitergeleitet zu werden.

Aufträge für insgesamt 960.000 Euro hat die Stadt für die Erneuerung der Ringstraße zwischen Autobahnbrücke und Bahnhof in Rheda vergeben. Davon entfallen 445.000 Euro auf den Bereich Kanalbau und 515.000 auf den Bereich Straßenbau. 2900 Quadratmeter Asphaltarbeiten umfasst die Erneuerung der Fahrbahn.

2600 Quadratmeter Pflasterarbeiten sind erforderlich für die Anlage der Geh- und Radwege. Auf einer Länge von 1100 Meter werden Hochbordsteine und Rinnen gesetzt.

200 Meter Mischwasserkanal (ein Meter Durchmesser) wird im sogenannten „Inlinerverfahren“ saniert, bei dem die Rohre nicht freigelegt werden müssen. Weitere 260 Meter Hauptkanal (bis zu 40 Zentimeter Durchmesser) wird in offener Bauweise erneuert, ebenso 350 Meter Anschlussleitungen (15 Zentimeter Durchmesser).

Nach den Kanalbauern kommen die Versorger, um ihre Gas-, Wasser, Strom- und Datenleitungen für die Ringstraßenerneuerung anzupassen. Linksabbiegespuren im Kreuzungsbereich mit der Oelder Straße werden angelegt, auf der ganzen Länge eine 5,50 Meter breite Fahrbahn sowie ein Rad- und ein Gehweg geschaffen. Für Grün dazwischen ist kein Platz.

Wunsch der Stadt ist es, wie Michael Duhme sagte, nach Erneuerung des Ringstraßenabschnitts zwischen Oelder bis Fontainestraße in Richtung Autobahnbrücke weiterzuarbeiten. Aber dafür sind noch nicht alle erforderlichen Grundstücksverhandlungen abgeschlossen. Also wird es dann erst einmal in Richtung Bahnhof gehen.

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