Rückkehr zum Präsenzunterricht
Janina Höing und ihre Schüler: Die Lehrerin trägt Mund- und Nasenschutz im Klassenraum – ebenso wie die Lernenden, die nun wieder in begrenzter Anzahl in bestimmten Zeitabschnitten die Schule an der Rektoratsstraße aufsuchen dürfen.

Weil nur maximal fünf Abiturienten gemeinsam in einem Raum schreiben dürfen, wurden am Freitag, eigentlich ein unterrichtsfreier Brückentag, in 14 Klassenzimmern die Matheprüfungen absolviert. Die in Kürze folgenden mündlichen Prüfungen erfordern ebenfalls eine sorgsame Planung.

Jahrgänge 5 bis 10 zurück an der Schule

Bisher hatten nur die Abiturienten und diejenigen, die ihren Abschluss im kommenden Jahr anstreben, das Privileg des Schulbesuches, ab Dienstag kommen auch die übrigen Jahrgänge von der 5 bis zur 10 zurück – abwechselnd an verschiedenen Tagen in einem sogenannten „rollierenden System“.

Corona erhöht den Raum- und Personalbedarf erheblich. Jan-Claudius Wagner hält aktuell, wie ein Artist im Zirkus, viele Bälle gleichzeitig in der Luft. Als stellvertretender Schulleiter ist er am Ratsgymnasium für diese Teilbereiche zuständig.

Viele Räume und Personalstunden nötig

Er muss mit Unabwägbarkeiten jonglieren. „Allein alle Schülerinnen und Schüler einer Jahrgangsstufe im Haus zu haben, verschlingt viele Räume und Personalstunden“, erklärt Wagner. Pro Klassenzimmer dürfen, je nach Größe, maximal neun Personen unterrichtet werden. Ein Raum darf aber nicht von mehreren Lerngruppen hintereinander genutzt werden.

Für einen Deutsch-Leistungskurs mit beispielsweise 27 Schülern sind für eine Doppelstunde Unterricht viermal zwei Lehrerstunden und vier Räume notwendig.Trotzdem hat jeder Schüler nur zwei Stunden Deutschunterricht „genossen“. „Uns ist es wichtig“, betont Wagner, „die Lernenden gut auf die Prüfungen vorzubereiten und das möglichst mit vertrauten Lehrpersonen. Deshalb fand nun neben den Leistungskursen auch Unterricht für alle Schüler der Q1 statt, die noch Klausuren schreiben müssen: teilweise im Einzelunterricht.“

Videokonferenz kein Ersatz für reale Begegnung

Lernen ohne direkten Kontakt im Klassenraum könne reale Begegnungen nicht gleichwertig ersetzen. Schulleiter Martin Zurwehme betont daher, dass sich viele Schülerinnen und Schüler auf den Wiederbeginn des Unterrichts freuen. „Auch wenn der Unterricht auf Distanz größtenteils gut funktioniert, kann keine Videokonferenz die reale Begegnung ersetzen.“

SOCIAL BOOKMARKS