Runter vom Gas auf der Berliner Straße
Foto: Ebel
Gefahrenquelle: Kurz nach der Einmündung Widumstraße geht die Berliner Straße in den Doktorplatz über. Direkt neben der Fahrbahn stehen Tische und Stühle der angrenzenden Gaststätten. Der Ruf nach Absperrpfosten und Geschwindigkeitsreduzierung wird laut.
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Die ehemaligen Stadtratsmitglieder Klaus Bartscher (Bündnisgrüne), Manfred Hegel (FDP) und Peter Kliche (früher UWG, jetzt Move) hatten sich in der Vergangenheit öffentlich für die Modernisierung des Doktorplatzes stark gemacht. Mit Erfolg: Inzwischen erstrahlt Rhedas „gute Stube“ in neuem Glanz. 100-prozentig zufrieden sind die Ratsrentner aber noch nicht: Auf der direkt an den Platz angrenzenden Berliner Straße wird ihrer Auffassung nach zu schnell gefahren. Die Bedenken teilen auch Move-Vorsitzender Thomas Theilmeier-Aldehoff und Ratskandidat Dr. Andreas Gernhold.

Gefahrenpotenzial minimieren

„Man muss sich nur mal an die Berliner Straße setzen, um zu verstehen, wo das Problem liegt“, sagt Gernhold. „Die Geschwindigkeit der Fahrzeuge, die mit minimalem Abstand an den Tischen und Stühlen vorbeifahren, ist zu hoch.“ Abgesehen von den Nutzern der Außengastronomie gebe es eine weitere Risikogruppe: Kinder, die sich auf einem durchgängigen Platz wähnten und unbedacht die Fahrbahn querten, könnten leicht von einem Auto erfasst werden, sagt Move-Vertreter Gernhold.

An dem Konzept, dass sich Fußgänger und motorisierte Verkehrsteilnehmer eine Fläche teilen, sei grundsätzlich nichts zu kritisieren, bekräftigt Theilmeier-Aldehoff. „Nur muss man dann auch Maßnahmen ergreifen, dass das ohne größere Gefahren möglich ist.“ Er spricht sich deshalb für eine zeitnahe Senkung der Höchstgeschwindigkeit aus.

Move kündigt Bürgerantrag an

„Wir werden als Move unverzüglich einen Bürgerantrag stellen, in dem wir die Ausweisung der Berliner Straße zwischen Fürst-Bentheim- und Nadelstraße als Spielstraße fordern“, kündigt Dr. Andreas Gernhold an. „Dann würde in diesem belebten Abschnitt in Höhe des Doktorplatzes ein Tempolimit von sechs Kilometern pro Stunde gelten.“ Umsetzbar sei dies schnell und mit geringem finanziellen Aufwand: „Es müssen nur entsprechende Schilder aufgestellt werden. Die liegen vermutlich am städtischen Bauhof auf Lager und sind sofort verfügbar.“

Die Ratsrentner fordern darüber hinaus das Aufstellen von Pollern zwischen Platz und Fahrbahn. Manfred Hegel: „Der Platz ist offen, Autos fahren darauf herum. Das kann doch nicht sein.“ Die Stadt müsse dringend Absperrpfosten installieren, um Abhilfe zu schaffen. Hegel betont, dass es dafür einen politischen Beschluss gebe, der aber noch nicht realisiert worden sei.

Anwohner versperren Fußwege

Konsens besteht zwischen den drei Ratsrentnern und der neu gegründeten Rheda-Wiedenbrücker Wählergemeinschaft Move auch in einer anderen Sache: Sie wollen die aus ihrer Sicht nicht länger hinzunehmende Parkplatzsituation auf Kleiner Straße und Großem Wall verbessern.

Peter Kliche: „Beide Straßen sind durch die Autos der Anwohner derart zugestellt, dass sie vor allem für ältere Menschen kaum noch passierbar sind.“ Das Problem sei, dass die am Straßenrand geparkten Fahrzeuge die glatten Seitenstreifen blockieren. Fußgänger müssten auf die mit grobem Kopfstein gepflasterte Fahrbahn ausweichen, was insbesondere für Senioren eine Stolperfalle darstelle. „Das geht nicht“, ärgert sich Kliche. „Die alten Leute müssen sich doch gefahrlos fortbewegen können.“

Move will den Bürgerantrag zum Doktorplatz deshalb um einen weiteren Punkt ergänzen. Vorsitzender Thomas Theilmeier-Aldehoff: „Wir werden im gleichen Atemzug beantragen, die Parkdauer auf Großem Wall und Kleiner Straße auf maximal vier Stunden zu beschränken.“ Das solle auch nachts gelten. Anwohner ohne eigenen Stellplatz müssten folglich auf die nahen Parkdecks ausweichen, um kein Knöllchen zu riskieren. „So bleiben die Gehwegflächen frei für Fußgänger.“

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