SPD fordert Mittel für Bau von Wohnungen
Bild: dpa
Selbst in die Hand nehmen soll die Stadt Rheda-Wiedenbrück den Wohnungsbau. Das jedenfalls fordert die SPD, die dafür fünf Millionen Euro bereitstellen will.
Bild: dpa

Diese möchte die Partei mit einem Startkapital von fünf Millionen Euro ausgestattet wissen. Die Wohnungsbaugesellschaft soll kurzfristig gegründet werden, nach Möglichkeit schon im kommenden Jahr. Deshalb sollen die erforderlichen Mittel noch im Haushaltsplan für 2020 berücksichtigt werden, über den aktuell politisch beraten wird. „Ferner ist zu prüfen, inwieweit im städtischen Besitz befindliche Grundstücke zum Zweck der Wohnbebauung an die Gesellschaft übertragen oder verkauft werden können“, führt SPD-Fraktionschef Dirk Kursim den Antrag seiner Partei weiter aus.

Verwaltung soll Finanzierungsmodell prüfen

Woher das Startkapital von fünf Millionen Euro kommt – ob aus städtischen Eigenmitteln oder aus Krediten –, haben die Sozialdemokraten vorerst offengelassen. Die Verwaltung soll prüfen, welches Finanzierungsmodell am wirtschaftlichsten ist. Dass an einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft kein Weg vorbeiführt, steht für die SPD außer Frage.

Die seit Jahren extrem angespannte Situation auf dem Immobilienmarkt berge nämlich „sozialen Sprengstoff, der die Stadt in Zukunft vor erhebliche Probleme stellen wird“. Deshalb sei baldiges Handeln angezeigt. Die Genossen weisen in ihrem Antrag darauf hin, dass sich die Mieten in Rheda-Wiedenbrück seit 2014 auf einem ähnlichen Niveau wie im Oberzentrum Bielefeld und in der Kreisstadt Gütersloh bewegen.

Klaffende Schere zwischen Einkommen und Wohnkosten

Auch hinsichtlich der Kaufpreise für Eigentumswohnungen liege die Stadt gemeinsam mit Bielefeld und Gütersloh OWL-weit an der Spitze. „Zugleich verfügen die Rheda-Wiedenbrücker Bürger über das viertniedrigste Durchschnittseinkommen im Kreis“, sagt Fraktionschef Kursim. „Und die Werkvertragsarbeitnehmer sind in dieser Statistik noch nicht einmal berücksichtigt.“ Die Schere zwischen Einkommen und Wohnkosten klaffe zusehends auseinander, betont Dirk Kursim.

SPD: „Der Markt versagt offenkundig“

Vor diesem Hintergrund attestiert er der Doppelstadt einen „eklatanten Mangel“ an bezahlbarem Wohnraum. Um den steigenden Bedarf zu decken, müssten pro Jahr im Durchschnitt 180 Wohneinheiten errichtet werden. Doch davon sei man in Rheda-Wiedenbrück weit entfernt. Noch dramatischer sei die Lage bei den Sozialwohnungen: In den vergangenen fünf Jahren seien lediglich 58 Einheiten mit Sozialbindung entstanden – notwendig seien aber 60 pro Jahr. „Der Markt versagt offenkundig“: Zu diesem Schluss kommt die SPD, die deshalb fordert, dass die Stadt den Wohnungsbau in Teilen selbst in die Hand nimmt.

SOCIAL BOOKMARKS