SPD setzt ein Zeichen gegen Ignoranz
Bild: Sudbrock
Die vierte Runde für den Dr.-Lüning-Preis, mit dem der SPD-Ortsverein Zivilcourage und ehrenamtliches Engagement würdigt, haben am Donnerstagmittag im Marktcafé Reker in Rheda (v.l.) Michaela Koroch, Martina Mester-Grunewald und Francesco Trifoglio eingeläutet. Die Bewerbungsfrist läuft bis Ende September. Voraussichtlich im November soll der nächste Preisträger feststehen.
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Auch im vierten Jahr seines Bestehens habe der mit 1000 Euro dotierte Preis nichts von seiner Aktualität verloren, sagt der stellvertretende Vorsitzende des Ortsvereins. Das zeige nicht zuletzt die von AfD-Vize Alexander Gauland losgetretene Debatte um den Fußballnationalspieler Jerome Boateng.

Ängste und Vorurteile zu schüren, das wollen die Genossen aus der Doppelstadt anderen überlassen. „Wir sehen vor allem das Positive“, sagt Francesco Trifoglio. Wer im Alltag mit gutem Beispiel vorangehe und auf diese Weise ein Zeichen setze gegen Ignoranz, Gleichgültigkeit, Hass und Gewalt, der komme als Preisträger für die Auszeichnung, die seit 2013 jährlich vergeben wird, infrage.

Michaela Koroch freut sich, dass die Zahl der Nominierungen stetig zugenommen hat. Hätten zum Start vor drei Jahren erst sechs Namen auf der Vorschlagsliste gestanden, seien es 2015 schon doppelt so viele Kandidaten gewesen. Das beweise, dass es „weitaus mehr Menschen in unserer Stadt gibt, die sich in herausragender Weise ehrenamtlich engagieren, als man vermuten würde“, sagt die Geschäftsführerin des Ortsvereins.

Zum vierten Mal soll der Dr.-Lüning-Preis voraussichtlich im November vergeben werden. Die Bewerbungs- und Vorschlagsfrist endet am 30. September. Bis dahin nimmt der SPD-Ortsverein Namen potenzieller Preisträger entgegen. Einzelpersonen und Gruppen können sich entweder selbst bewerben oder aber von Dritten benannt werden. In jedem Fall ist eine Begründung beizufügen. Vorschlagsformulare gibt es direkt beim Ortsverein sowie auf der Internetseite der SPD.

Die Parteizugehörigkeit spielt bei der Entscheidung des Ortsvereinsvorstands, wem der nächste Dr.-Lüning-Preis zuerkannt wird, ebenso keine Rolle wie die Herkunft oder Religion der Nominierten. „Entscheidend ist allein der Einsatz für sozial benachteiligte Menschen“, sagt Martina Mester-Grunewald vom Vorstand. Preiswürdig sei auch das Engagement gegen Rassismus, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit.

Namensgeber des vom SPD-Ortsverein Rheda-Wiedenbrück ausgelobten Preises ist Dr. Otto Lüning (1818 bis 1868). Der Rhedaer Armenarzt und Frühsozialist wurde zeitlebens nicht müde, die Menschen dazu aufzurufen, gegen soziale und politische Missstände anzukämpfen. „Ihr sollt nicht träumen, ihr sollt handeln“, lautete seine Forderung. Trotz Verfolgung und Repressalien durch die preußischen Behörden ging Dr. Lüning mit gutem Beispiel voran: Er kämpfte in Wort und Tat für die Interessen von Bauern, Handwerkern, Arbeitern und Tagelöhnern der Stadt.

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