Schlittschuhvergnügen im Flora-Park
Bild: Werneke
Mit Sicherheit ein erfrischender Spaß: Auf der Eiswiese, die im Flora-Westfalica-Park geschaffen worden ist, muss sich niemand davor fürchten, in nasse Tiefen zu stürzen. Egal, ob man auf Kufen, im Bob oder einfach zu Fuß das Schlittervergnügen genießen will: Jeder ist willkommen. Aufs Eis gewagt haben sich bereits (v. l.) Rosalie (8), Stadtbrandinspektor Ulrich Strecker, der Geschäftsführer der Flora-Westfalica GmbH und Erster Beigeordneter der Stadt Dr. Georg Robra, Löschzugführer Christian Kottmann sowie Mathilda (6), Leonard (6) und Lia (10).
Bild: Werneke

 Gold- und Silbermedaillen, wie sie die deutschen Eiskunstläufer und Eishockeyprofis im südkoreanischen Pyeongchang eingeheimst haben, können zwar nicht erlangt werden, doch der olympische Gedanke kann auch in Rheda-Wiedenbrück beflügeln. Dabei sein ist alles und beim sportlichen Wintervergnügen unter freiem Himmel wird jeder zum Gewinner.

Nicht zu lange zögern

„Man sollte nicht zu lange damit warten, die Schlittschuhe vom Dachboden zu holen“, rät Dr. Georg Robra, Geschäftsführer der Flora-Westfalica GmbH, die außergewöhnliche Chance zur wetterabhängigen und womöglich kurzen Kurzweil nun zu nutzen. Trotz für die kommenden Tage angekündigter steigender Temperaturen hofft er, dass Jung und Alt auch noch am Samstag und Sonntag eine Rutschpartie auf der rund 2800 Quadratmeter großen Fläche genießen können. Am Wochenende werde es dort auch einen Getränkeausschank geben.

Während er spricht, schweift sein Blick am späten Dienstagnachmittag über die zum Teil mit Schnee bestäubte Fläche. Auf ihr gleiten Jung und Alt bereits auf Kufen, im Bob oder einfach auf Schuhsohlen dahin, obschon das Wasser noch nicht gänzlich durchgefroren ist.

Rund 2800 Quadratmeter Fläche

Bange müssen sie jedoch nicht sein. Wer hier einbricht, der, so betont Stadtbrandinspektor Ulrich Strecker, bekomme höchstens nasse Füße. 20 bis 30 Zentimeter sei die Wasserfläche tief. Diese haben 29 freiwillige Feuerwehrleute der Löschzüge Rheda und Wiedenbrück am Samstag geschaffen, berichtet Christian Kottmann, Löschzugführer in Rheda. Mindestens 50 000 Liter Wasser seien aus zwei Entnahmestellen an der Ems über vier B-Leitungen auf die Wiese gepumpt worden. Zum Einsatz gekommen seien entsprechende mit mobiler Pumpentechnik und Schlauchmaterial ausgestattete Gerätewagen. Eiskalt haben die ehrenamtlich Tätigen mehr als zwei Stunden bei der Aktion ausgeharrt und sich immerhin beim „Manta-Platten“-Schmaus aufwärmen können.

Fragiles Geschenk

Der Erste Beigeordnete der Stadt Rheda-Wiedenbrück, Dr. Robra, freut sich, dass die Kräfte der freiwilligen Feuerwehr im Rahmen ihres Ehrenamts den Bürgern dieses Geschenk bereitet haben. Zugleich bittet er darum, das fragile Präsent nicht unnötig durch, wie er sagt, „Eisproben“ zu strapazieren. Also bitte nicht in die Fläche hacken und treten, um zu testen, wie fest diese ist, denn das verursacht unnötige Löcher.

„Schön, so kommt man mal wieder zum Schlittschuhlaufen“, lässt sich Uwe Kaiser aus Rheda-Wiedenbrück gerne aufs Glatteis locken. Zuletzt sei er vor einigen Jahren in einer Eishalle gelaufen. Zudem freut es den Großvater für seine Begleiter: „Da kommen die Enkel mal ein bisschen an die frische Luft.“ Für den wintersportlichen Ausnahmezustand hat sich auch schon die Tagesmutter Brigitte Naber aus der Doppelstadt an der Ems erwärmen können, die mit ihren kuschelig eingepackten Schützlingen auf der in eine spiegelglatte Fläche verwandelten Wiese den Nachmittag verbringt.

Einfach Spaß haben auf Natureisplatz

Sein Geschick dort will sogar der Stadtbrandinspektor höchstpersönlich testen: „Ich habe Schlittschuhe und werde es just for fun probieren“, verrät Ulrich Strecker. Auf jeden Fall empfiehlt es sich für ihn und all die anderen Kufenkünstler und Eisprinzessinnen, womöglich noch aus dem Eis herausragendes Gras im Auge zu behalten. Vor dem Fluten sei die Wiese noch gemäht worden, informiert Dr. Robra, doch die Fläche sei nicht plan und das Wasser habe sich seinen Weg gesucht. „Unser Anspruch ist keine Eishallenqualität“, betont er, dass es sich um eine Natureisfläche handele. Also nichts für Profis mit olympischen Ambitionen, aber für alle, die einfach im Flora-Park Spaß haben und bei diesem besonderen Ereignis dabei sein wollen.

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