Schredder frisst vertrauliche Daten
Bild: Werneke
Alle Hände voll zu tun gab es bei der Aktenvernichtungsaktion auf dem Rheda-Wiedenbrücker Recyclinghof. Das Bild zeigt (v. l.) Iris Karp, Seven Mey, Dorothee Kohlen und Sascha Morgenroth.
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Trotz sommerlichen Wetters, das nach draußen lockt, hat offenbar manch einer dunkle Keller- oder Dachbodengefilde nach sensiblen Papieren durchforstet, um die Aktenvernichtungsaktion wahrzunehmen. Diese hat die Gesellschaft zur Entsorgung von Abfällen Kreis Gütersloh (GEG) nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr zum zweiten Mal in Rheda-Wiedenbrück in Kooperation mit der städtischen Umweltabteilung sowie der Firma Tönsmeier auf die Beine gestellt. Die Stadt und den Bürger koste dieses zweistündige Angebot nichts, hob Dorothee Kohlen den Servicecharakter hervor.

Gut verschlossen

Viele Kontoauszüge seien schon abgegeben worden, berichtet Sascha Morgenroth, einer der zwei für Datenvernichtung geschulten Tönsmeier-Mitarbeiter, und wirft unermüdlich, die ihm in die Hand gedrückten Unterlagen in spezielle Sammelbehältnisse. Gemeinsam mit seinem Kollegen Sven Mey verteilt er Aktenordner und Mappen mit vertraulichen Papieren in zwei Deckelmulden, die jeweils zehn Kubikmeter fassen können. Jeder Behälter ist mit einer Schlossvorrichtung versehen, damit Telefonrechnungen, Versicherungs- sowie Krankenunterlagen und Co. auf keinen Fall in falsche Hände gelangen. Auch für Datenträger wie Festplatten sowie CDs und DVDs stehen Tonnen bereit.

Alte Kontoauszüge entsorgt

„Man muss vorsichtig sein mit dem, was man in den Müll wirft“, sagt Iris Karp, die aus ihrem Auto einen Pappkarton herausholt. Sie begrüßt die Aktion. „Man sammelt ja so viele Kontoauszüge“, merkt sie an. Die alle einzeln zu zerreißen, sei ihr zu mühsam. Solche Ausdrucke hat Hermann Siebe im Lauf von 50 Jahren angesammelt, und nutzt nun die Gelegenheit, sich ihrer zu entledigen. Sogar einen Kontoauszug mit seinem ersten Lehrgehalt sei noch dabeigewesen, verrät er. Und schon sind die nächsten an der Reihe, laden Kartons aus ihrem Kofferraum oder fischen Ordner aus ihrem Tragebeutel, um ihre sensiblen Akten nach dem Bundesdatenschutzgesetz vernichten zu lassen.

Transport zur Aktenvernichtungshalle

Zu gut Dreivierteln waren die Mulden schließlich gefüllt, berichten die Verantwortlichen nach der Sammlung. Wie Sascha Morgenroth am Mittwoch erläutert, führt ihr Weg in den abgeschlossenen Behältnissen zum Firmenstandort am Pilgerpatt in der Doppelstadt an der Ems, wo sich eine Aktenvernichtungshalle befinde. Dort würden die Container entleert, und es werde kontrolliert, dass nichts darin übrig bleibt, betont er. Metallteile, etwa in Ordnern, würden mit Hilfe eines Magneten aussortiert, erklärt er. Dann schiebe ein Radlader die sensible Datenfracht auf ein Band. Auf diesem Weg würden sie in einen Schredder gelangen, der das Papier in konfettikleine Schnipsel zerkleinere, die zu Ballen gepresst würden. Dann könnten sie wieder dem Altpapierkreislauf zugeführt werden.

 Mit dem bisherigen Erfolg des Aktenvernichtungsangebots für die Bürger zeigt sich Dorothee Kohlen zufrieden. Schon bei der Premiere waren 3,2 Tonnen vertrauliche Papiere entsorgt worden. Daraufhin habe sie sogar Anrufe erhalten, ob es eine Wiederholung gebe. Die gab es nun, und die Umweltberaterin rechnet mit einer dritten Auflage.

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