Schwimmgeschichte in Wort und Bild
Beliebter Wasserspaß: Die Badeanstalt an der Rietberger Straße wurde 1959 in Betrieb genommen. Zuvor stürzten sich die Bürger Wiedenbrücks am Mühlenkolk ins kühle Nass der Emsumflut.

Aufgestellt werden soll der Schaukasten direkt an der Emsumflut am Mühlenwall/Ecke Rektoratsstraße. Mit dem gemeinsamen Antrag des Fördervereins Freibad Wiedenbrück, des Heimatvereins Wiedenbrück-Reckenberg und des Museums Wiedenbrücker Schule hat sich jetzt der Ausschuss für Bauen, Entwicklung, Umwelt und Verkehr beschäftigt.

Vorhaben von Fraktionen begrüßt

Sprecher aller Fraktionen begrüßten das Vorhaben, die Wiedenbrücker Schwimmgeschichte anhand von historischen Aufnahmen und erläuternden Texten aufzuarbeiten. Auch der von den Antragstellern favorisierte Standort am Mühlenwall wurde allgemein als geeignet angesehen.

Peter Heinz Woste (CDU) wollte wissen, wer für die Pflege des Infokastens verantwortlich zeichnet und wer die Kosten für eine etwaige Beleuchtung übernimmt. Der Technische Beigeordnete Stephan Pfeffer sah die Verpflichtung zur Pflege der Schautafel „ganz eindeutig bei den Antragstellern“. Eine Beleuchtung sei nicht geplant. „Auch deshalb nicht, um keine optische Konkurrenz zu den ebenfalls bei Dunkelheit angestrahlten Mühlenrädern zu erzeugen“, erklärte Pfeffer.

Klassischer Schaukasten „Relikt aus alten Zeiten“

Ob es denn unbedingt ein klassischer Schaukasten sein müsse, wollte SPD-Fraktionschef Dirk Kursim wissen. In einer Zeit, in der fast jeder ein Smartphone besitze, seien Schautafeln „schließlich fast schon ein Relikt aus alten Zeiten“. Kursim regte an, die Geschichte des Schwimmens als zusätzliche Station in den virtuellen Stadtrundgang zu integrieren, „zumal wir uns ja ganz bewusst für dieses Format ausgesprochen haben“. An Ort und Stelle müsse dann lediglich ein QR-Code angebracht werden, mit dem Nutzer von Smartphones die entsprechenden Informationen problemlos abrufen könnten, so Kurism.

Tafel und QR-Code parallel möglich

Tafel und QR-Code seien prinzipiell auch parallel möglich, gab Baudezernent Stephan Pfeffer zu bedenken. Für die Anschaffung einer 140 mal 100 Zentimeter messenden Vitrine „in einfacher Ausführung“ müssten Kosten von 2500 Euro veranschlagt werden.

Heinrich Splietker (FDP) regte an, einen der seit Jahren kaum noch genutzten Schaukästen von der Freiluftgalerie an der Rhedaer Fontainestraße nach Wiedenbrück zu versetzen. Nicht auf eine klassische Hinweistafel verzichten wollte auch Ratsherr Peter Rentrup (Grüne). „Ich gehöre nicht zu denjenigen, die nur noch mit dem Smartphone in der Hand aus dem Haus gehen.“

Varianten prüfen

Für den Vorschlag Dirk Kursims, die Realisierung beider Varianten – Vitrine und Aufnahme in den virtuellen Stadtrundgang – zu prüfen, konnte sich auch Ausschussvorsitzender Georg Effertz (CDU) begeistern. Er regte an, bis zum Frühling „genau zu prüfen, wie eine dauerhafte und für die Antragsteller zufriedenstellende Lösung aussehen kann“. Für diese Vorgehensweise sprach sich das Gremium einstimmig aus.

Als „interessant und kurios“ beschreiben Förder-, Heimatverein und Museum Wiedenbrücker Schule in ihrem Antrag die Entwicklung des Schwimmsports in der Emsstadt. Am Mühlenkolk, wo nun die Schautafel errichtet werden soll, habe es zwischen 1853 und dem Ende des 19. Jahrhunderts eine öffentliche Badestelle gegeben. Das Wellenbad habe bei den Bürgern ähnlich hoch im Kurs gestanden wie heute das Freibad an der Rietberger Straße, das 1959 in Betrieb genommen worden sei.

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