Seenlandschaft vor Rhedaer Freibad
Die neue Steinmauer am Emsufer in Rheda hat am Sonntagnachmittag dazu geführt, dass sich nach einem Starkregenfall die Straße „Am Werl“ sowie der Freibad-Vorplatz in eine Seenlandschaft verwandelten.

Trockenen Fußes vom Parkplatz bis zum Kassenhäuschen des Freibads zu gelangen, das war für den Zeitraum von etwa einer Stunde unmöglich. Später normalisierte sich die Situation: Das Regenwasser floss nach und nach ab.

„Die neue Hochwasserschutzmauer hielt den Regenmassen stand – allerdings auf der falschen Seite“, kommentiert der Förderverein des Freibads Rheda die kurzzeitige Überschwemmung mit ironischem Unterton auf seiner Facebook-Seite. „Die Stadt muss sich die Frage stellen, ob sie bei der Planung der Hochwasserschutzmaßnahmen am Werl in Rheda alles richtig gemacht hat“, sagt Fördervereinsvorsitzender Frank Winkler im Gespräch mit der „Glocke“. Dass sich vor dem Eingang der Badeanstalt bei starkem Regen eine derart große Wasserfläche bildet, das habe es vor dem Bau der Steinmauer, die eigentlich die Ems in Schach halten soll, selten gegeben. „Wir hoffen, dass sich das in Zukunft nicht regelmäßig wiederholt“, erklärt Winkler.

Bei der Überschwemmung am Sonntagnachmittag sei es glücklicherweise zu keinen Schäden gekommen. Weder die Fahrradständer, noch das erst kürzlich angelegte Blumenbeet am Freibadeingang seien in Mitleidenschaft gezogen worden.

„Stünde die Mauer nicht dort, wäre das Regenwasser über die nahe Ems abgelaufen“, bestätigt Stadtpressesprecherin Maximiliane Plöger. Doch das Bauwerk entlang des Emsufers sei eine unverzichtbare Maßnahme zur Gefahrenabwehr bei Hochwasserlagen. Mitarbeiter des städtischen Eigenbetriebs Abwasser seien am Sonntag vor Ort gewesen. Das Wasser vor dem Eingangsbereich des Freibads sei nach relativ kurzer Zeit wieder abgeflossen.

Bei dem Unwetter am Sonntag handelte es sich nach Auskunft von Klärwerksleiter Uwe Schneider um ein „außergewöhnlich starkes Regenereignis“. Deswegen sei die Kanalisation unterhalb der Straße „Am Werl“, die vor dem Haupteingang des Freibads entlangführt, an ihre Belastungsgrenze gestoßen – „und das, obwohl sie vergleichsweise großzügig ausgelegt ist“.

Auch auf den angrenzenden Grünflächen habe das auf einen Schlag niederprasselnde Regenwasser nicht so schnell versickern können, weshalb es zur vorübergehenden Bildung der Seenlandschaft gekommen sei.

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