Sieben Wohnungen entstehen im Runde-Haus
Simulation: Auch nach der bevorstehenden Sanierung soll sich die Runde-Immobilie harmonisch in die Umgebungsbebauung einfügen.

Denn abgesehen von einem neuen Anbau links neben dem Gebäudekomplex am Klingelbrink werde sich das Erscheinungsbild des historisch gewachsenen Gebäudeensembles nur geringfügig verändern, sagt Höner. Im Inneren, und damit von außen nicht unbedingt ersichtlich, tue sich indes einiges in der früheren Runde-Immobilie, deren ältester Kern aus dem 17. Jahrhundert stammt. Unternehmer Hendrik Höner rechnet mit Baukosten von 2000 Euro pro Quadratmeter Nutzfläche.

Fertigstellung bis Jahresende

Mit der Planung der Umbau- und Modernisierungsmaßnahme hat die Höner-Verwaltungsgesellschaft (HVG) den Rheda-Wiedenbrücker Architekten Frank Hurlbrink beauftragt. Der rechnet mit einem Baubeginn in den kommenden Wochen („sobald die endgültige Genehmigung der Stadtverwaltung vorliegt“) und einem Abschluss des Projekts bis zum Jahresende. Erste kleinere Arbeiten im Inneren, für die keine gesonderte Erlaubnis erforderlich seien, sollen bereits in wenigen Tagen starten.

Enge Absprache mit Gestaltungsbeirat

Hurlbrink und sein Mitarbeiter André Liscioch betonten, dass der Umbau des Hauses Runde zu sieben zeitgemäßen, größtenteils barrierefreien Wohneinheiten mit dem kommunalen Gestaltungsbeirat abgestimmt worden sei. „Weil wir uns im Bereich des historischen Stadtkerns befinden, war eine enge Absprache erforderlich“, sagt Hurlbrink.

Die Immobilie selbst, die die Familie Höner bereits vor zwei Jahren übernommen habe, sei zwar nicht denkmalgeschützt. Dennoch: „Hätten wir uns für einen kompletten Neubau entschlossen, hätte dieser aufgrund der detaillierten Gestaltungsvorgaben kaum anders aussehen können als die Bestandsimmobilie“, erläutert Frank Hurlbrink.

Wohnflächen zwischen 45 und 125 Quadratmetern

Im ersten und zweiten Stock des weit nach hinten herausgehenden Komplexes entstehen Wohnungen zwischen 45 und 125 Quadratmetern Nutzfläche. Die Erschließung erfolgt über ein Treppenhaus und einen Aufzug, die im modern gestalteten Anbau an der zum Klingelbrink gelegenen Hausseite Platz finden. „Auf diese Weise erreichen wir eine klare Zuwegung zu einer verhältnismäßig vertrackten Bausituation“, sagt Hurlbrink. „Wir stellen dort bewusst zwei unterschiedliche Baustile nebeneinander.“

Optiker und Ledergeschäft bleiben

In dem Eckhaus an der Langen Straße betrieb die Familie Runde bis vor einigen Jahren ein Fachgeschäft für Lederaccessoires. Inzwischen wird das Untergeschoss von der Optikerkette Apollo und einer Filiale von Deiters-Lederwaren aus Ahlen genutzt. Daran soll sich auch im Zuge der bevorstehenden Umbaumaßnahme nichts ändern, versichert Hendrik Höner. Der Vertreter der Eigentümerfamilie weist darauf hin, dass die beiden Ladenlokale bereits bei der Übernahme der Immobilie durch die HVG vor etwa zwei Jahren umfassend saniert worden seien. Jetzt folge mit den beiden darüber liegenden Stockwerken der vergleichsweise große Rest des einstigen Runde-Hauses.

Ursprünge reichen zurück ins 17. Jahrhundert

Der Runde-Komplex besteht aus mehreren miteinander verbundenen Einzelgebäuden. In seinem Kern lässt sich ein Rest der Ursprungsbebauung aus dem 17. Jahrhundert nachweisen. Dahinter befindet sich ein Atelieranbau, der um 1900 von einem Wiedenbrücker-Schule-Künstler genutzt wurde. Zur Langen Straße und zum Klingelbrink hin stehen die jüngsten Gebäudeteile. Architekt Frank Hurlbrink datiert deren Entstehung auf die 1960er-Jahre.

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