Siegerentwurf sieht 89 Wohnungen vor
Philipp Söhnel, Stephanie Bücker und Johanna Browne (DBCO-GmbH, Münster) präsentierten der Jury die Idee von einem Ensemble aus in der Höhe gestaffelten, winkelförmigen Baukörpern, die sich auf 1,3 Hektar Fläche an vier „urbane Höfe“ anschmiegen.

 „Sie haben uns ihr kreatives Herz geschenkt“, sagte Mettenborg bei der Siegerehrung im Rathaus. Ausgelobt von Unternehmer Burckhard Kramer soll der Wettbewerb dazu geeignet sein, den Anstoß zu einem architektonisch ansprechenden Lückenschluss an der Hauptstraße – direkt gegenüber vom neuen Schenke-Markt und Hotel „Sonne“ – zu geben. 99 Büros hatten sich laut Reinhard Drees um eine Teilnahme bemüht. Seine Firma war damit beauftragt worden, das Ringen um den besten Entwurf zu organisieren. Sogar aus Spanien hätten sich interessierte Kollegen gemeldet, sagte er während der Ehrung im Foyer des Rathauses in Rheda.

Zehn von 99 Büros ausgelost

Letztlich wurden zehn Büros ausgelost, die sich im vergangenen Jahr an die Arbeit machten. Herausgekommen sind in jedem Fall bemerkenswerte Ideen. „Sie sind von unermesslichem Wert für unsere Stadt“, würdigte Mettenborg die Zeichnungen, die vor dem Hintergrund einer besonderen Herausforderung entstanden waren: der Lage. Das Plangebiet wird von zwei Seiten flankiert von Hauptverkehrsachsen mit entsprechenden Immissionen, soll aber gleichzeitig Beitrag „zur örtlichen Planungskultur sein und damit zur gestalterischen Aufwertung des Stadtbilds beitragen“, wie es in den Ausschreibungsunterlagen heißt.

Gewonnen hat ein Entwurf von Architekt Philipp Söhnel (DBCO-GmbH, Münster) unter Mitarbeit von Stephanie Bücker und Johanna Browne. Sie präsentierten der Jury die Idee von einem Ensemble aus in der Höhe gestaffelten, winkelförmigen Baukörpern, die sich auf 1,3 Hektar Fläche an vier „urbane Höfe“ anschmiegen. Auf der östlichen Seite des neuen Quartiers werden sie um Punkt- beziehungsweise Reihenhäuser ergänzt, die die Kleinteiligkeit des sich anschließenden Viertels aufnehmen. Der Entwurf schaffe so einen maßvollen Übergang zwischen den unterschiedlichen Maßstäben, von denen es umgeben wird, heißt es in der Erläuterung. „Die geneigten Fassaden der obersten Geschosse stellen eine Verwandtschaft zu den vorherrschenden Satteldachtypologien der näheren Umgebung her“, schreiben die Juroren. Die insgesamt 89 Wohneinheiten bildeten ein breites Spektrum an unterschiedlichen Wohnformen und -größen ab.

Eigentümer will Areal verkaufen

Unternehmer Burckhard Kramer als Eigentümer der Fläche zwischen Hauptstraße, Nordring und Mellagestraße hat nicht vor, die Neubebauung selbst in die Hand zu nehmen. Vielmehr beabsichtigt der engagierte Investor, die Fläche zu verkaufen – dazu muss allerdings auch erst der Mietvertrag mit dem Dänischen Bettenlager ausgelaufen sein (Ende August) und das noch bewohnte Zweifamilienhaus im südlichen Teil des Areals zur Verfügung stehen (Ende Dezember). „Wir können aber jetzt schon die Weichen stellen“, sagte Kramer im Gespräch mit der „Glocke“.

Ausstellung der Arbeiten

Der Unternehmer ist es auch gewesen, der den Wettbewerb ausgelobt und bezahlt hatte. So wurden beispielsweise an die drei Büros, die die besten Entwürfe beigesteuert hatten, Preisgelder in Höhe von 48 000 Euro ausgeschüttet. Stimmberechtigte Juroren waren die Architekten Professor Dr. Volker Droste, Arnd Zumbansen und Susanne Crayen (Gestaltungsbeirat der Stadt), Stephan Pfeffer, Architekt und Technischer Beigeordneter der Stadt, Burckhard Kramer und Markus Kemming.

Die Wettbewerbsarbeiten werden seit Dienstag im Rathaus in Rheda gezeigt. Die Ausstellung wird bis einschließlich Freitag, 24. Januar, zu sehen sein: montags bis freitags von 7 bis 18 Uhr.

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